Hoodoos, The Narrows und ein wenig California dreamin‘
US Westcoast Travel

Hoodoos, The Narrows und ein wenig California dreamin‘

Nach dem Einchecken im Hotel am Hwy US89 in Hatch fahren wir zum Sonnenuntergang noch in den Nationalpark. Leider spielt das Wetter nicht richtig mit – es ist ziemlich bewölkt und das besondere Licht kann die Hoodoos nicht zum Leuchten bringen.

Um 5:45 Uhr klingelt der Wecker und wir erreichen Bryce Point pünktlich zum Sonnenaufgang. Dieser Aussichtspunkt hat 2 Vorteile: erstens ist er ideal um die Sonnenstrahlen auf das Amphitheater zu dokumentieren. Zweitens beginnt hier der Rumdweg Peekoboo. Ein knapp 8km lange Wanderweg durch den Bryce Canyon. Unter Brücken, durch Tunnel und enge Schluchten schlängelt sich der Weg und vermittelt die Einzigartigkeit dieses Parks. Wer hier einem Sonnenaufgang oder -Untergang erlebt hat, weiß, dass er die Krone, die Spitze des Nationalparkeisbergs Gesehen hat. Was die Natur hier nur mit Wasser und Wind geschaffen hat, ist wunderschön.

Weiter südwestlich liegt Zion National Park. Bevor wir den jedoch über den Osteingang betreten, kehren wir zum Mittagessen ein. Im Thunderbird an der Jct. Mount Carmel gibt es deftiges und sauleckeres Essen.

Den Parkeingang folgt ein langer Tunnel, der nur einseitig befahren werden kann. Am Ausgang ist das Wetter plötzlich regnerisch. Unser Plan in Hurricane gegen nachmittag anzukommen und Zion erst am Folgetag zu besuchen geht voll auf.

Nach den Wanderungen der letzten Tage gehen wir es im Zion langsam an. Am Ende des Parks befindet sich die schmale Schlucht The Narrows. Zu dieser Jahreszeit führt der Fluss kaum Wasser und wir waten an gewissen Stellen knietief durch das frische Gebirgswasser. Nach einer Biegung fließt rechter Hand ein Rinnsal wasserfallartig den glattgewaschenen Felsen hinab und hier stoppen wir den Ausflug. Viele andere hantieren hier bereits mit Stöcken und tragen spezielle Wasserschuhe zum Verleihpreis von $25. Kann man machen, aber mit guten Turnschuhen klappt das locker. Im weiteren Verlauf gibt es Stellen mit einer Tiefe bis zur Brust und trotz wärmerer Temperaturen möchte ich der steifen Brise wegen besser darauf verzichten.

Zurück im Ort Hurricane fühlen wir uns nach Tagen im Hinterland wieder ein wenig wie in der Zivilisation. Hier gibt es auch wieder einen Safeway Supermarkt für unsere geliebten Chobani Joghurts. Wem das nichts sagt, der möge sich unbedingt den TEDtalk des Firmengründers ansehen. Nachdem wir heute $20 fürs Parken bezahlt haben, wird morgen auf dem Parkplatz des Besucherzentrums gefrühstückt.

Gesagt getan, um 7:50 Uhr stehen wir auf dem Platz und ergattern noch einen Stellplatz für unseren kleinen mobilen Begleiter auf dem bereits zu 2/3 gefüllten Parkplatz. Merke, Zion ist der meistbesuchte US Nationalpark. Deswegen haben die auch Buslinien im Park und in Springdale eingeführt und die Zufahrt per Auto stark reguliert. Beim Halt The Grotto gehts los zum Aussichtspunkt Angels Landing. Die letzten 100 Höhenmeter kraxelt – an einer Stahlkette festhaltend inklusive Gegenverkehr – Anne alleine. Ich setze mich stattdessen auf einen Felsvorsprung und starte einen Zeitraffer vom Tal.

Nach dem Mittagessen düsen wir an Vegas vorbei nach Laughlin, NV. Dieses Miniabziehbild der großen Zockermetropole ist unser Zwischenstopp zum Joshua Tree, bzw. 29 Palms. Günstige Übernachtungen und alte Rentner geben diesem Ort sein Gesicht. Nur über den Colorado ist man in Bullhead, Az und damit auf dem Weg zum Song von U2. Der Parkeingang ist nachmittags schon gar nicht mehr besetzt. So tasten wir uns blind von Abzweigung zu Ausläufer und machen schließlich auf einem Rastplatz Pause. Nach dem üppigen Hotelfrühstück setzt dann doch der Hunger ein. Joshua ist anders als die anderen Parks – weitläufiger. Weiße, glattgeschmirgelte Gesteinsformationen ragen gefühlt zufällig aus der Steppe hervor und ähneln dabei Totenköpfen oder Elefanten. Die Steppe ist durchsetzt mit kleinen Kakteen und den besungenen Bäumen. Am Ende finden wir sogar mitten im Nirgendwo eine verlassene Mine. Was hier ausgegraben wurde ist uns nicht bekannt. Den Abend lassen wir amerikanisch bei Chips, Guacemole, Bier, Coke Zero und HBO ausklingen.

 

Die letzten Tage verbringen wir an der Pazifikküste in Oceanside und Santa Monica. Einkauf, Joggen am Strand, Entspannen sind die Hauptaktivitäten. Für mich ist es in Erinnerungen schwelgen, als ich 2005/6 morgens immer am Strand laufen ging. Ein wenig sehnsüchtig fuhr ich vom Hotel auf Ocean Ave runter an den Strand zum Laufen, sah wie damals beim Laufen den morgendlichen Surfern zu und genoss den noch leeren, breiten Strand. Wenn ich es nicht besser wüsste, würde ich behaupten, dass die Leute vor Ort gar nicht wissen, was sie hier haben.

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