Spielwiese Lake Powell & Abenteuerhochburg Moab
US Westcoast Travel

Spielwiese Lake Powell & Abenteuerhochburg Moab

Der zweite künstliche Stausee am Colorado liegt nahe Page. Von der Nordkante des Grand Canyon eine halbe Tagesreise entfernt. Hier treffen sich die Wasserverrückten aus dem Südwesten mit Renn-, Haus- oder Pontonbooten, düsen auf dem Jetski durch die Seitenarme des Sees und wenige paddeln sogar. Der Glen Canyon national Park bietet diverse Bootrampen und Marinas.

In unmittelbarer Nähe gibt es zwei weitere bekannte Sehenswürdigkeiten, nämlich den Antelope Canyon und Horseshoe bend. Ersteres ist eine Felsspalte – eigentlich eine sehr enge Schlucht. Die Sonne wirft Licht auf die Flächen und lässt diese in unterschiedlichen Rottönen aufleuchten. Antelope liegt in einem Indianerreservat und wird von dem Stamm verwaltet. Mittlerweile gibt es zwei begehbare Teile und Touren für je 50-60$ pro Person. Das ist für eine „Attraktion“ durch die man in 10er Gruppen gescheucht wird. Wir sparen uns das Geld und verbringen lieber den Vormittag am Strand am Antelope Point. Eigentlich eine Stelle für Bootwasserungen, doch links vom Parkplatz klettern wir kurz über ein paar Felsen und haben eine Bucht für uns alleine.

Die Schlinge oder das Hufeisen des Colorado war einmal ein staubiger Parkplatz. Nun hat die Stadt Page das Areal übernommen, ein Kassenhäuschen hingesetzt und verlangt 10$ pro Auto. Für eine Flussbiegung!?!

Den Nachmittag verbringen wir am Strand vor dem Lone Rock westlich des Damms. Hier steht alles, was das Herz eines motorisierten Naturburschen glücklich macht. Sandbuggies, Motocross Motorräder, Camper so groß wie Linienbusse und alles an Wasserspielzeugen, was der Händler hergibt. Den Sonnenuntergang schauen wir uns auf einem Hügel hinter der Marina an – mit Blick auf den See. Das Farbenspiel an den Felswänden ist wunderschön.

Eine spontane Eingebung ändert unsere Routenplanung. Wir nehmen Arches National Park in unsere Planung mit auf. Also auf zum Monument Valley, den Felsblöcken aus Western und so vielen Werbeplakaten des Südwestens. Auch dieses Naturereignis steht auf Indianerland, doch der Eintrittspreis liegt bei 20$ und erlaubt die Zufahrt zum Besucherzentrum. Selbstverständlich können hier auch Touren ins Tal gebucht oder eine Extrazufahrtsberechtigung für das eigene Fahrzeug erworben werden. Allerdings wage ich zu bezweifeln, dass die Monolithen aus der Nähe besser wirken als vom Plateau des Besucherzentrums. Zumal es am Hwy 163 weiter nördlich kurz vor Mexican Hat diverse Parkbuchten für die Rückansicht gibt. Inklusive der Talsohle des Highways mit den Gesteinsblöcken als Hintergrund (Forrest Gump lässt grüßen).

Kurz nach der Ortsausfahrt des gleichnamigen Kaffs steht auch schon die Laune der Natur und sieht einem Mexikaner mit Sombrero tatsächlich zum Verwechseln ähnlich. Doch ist das nur ein kurzer Stopp auf dem Weg zu unserem Tagesziel Moab. Die Hauptstadt für alle mit dem Drang nach Draußen bietet gleich zwei Nationalparks plus Flussfahrten im Weisswasser. Nur ist das jetzt im Spätsommer die völlig falsche Jahreszeit.

Der Park ist 24 Stunden geöffnet, während die Kontrollhäuschen nur bis um 18 Uhr besetzt scheinen. Es ist Freitag der 13. und Vollmond. Die Kombination wird es in unserem Leben nicht mehr geben!

Devils Garden am Ende des Parks bietet einen Rundgang entlang einiger Steinbögen und dauert 3-4 Stunden inkl. Pausen und Fotostopps. Der Weg ist zu Beginn gut gepflegt, sobald die Natural Bridge passiert wird aber eher sandig und steinig. Festes Schuhwerk und ausreichend Wasser sind unerlässlich. Die Warnungen entlang des Weges Rande sollte man durchaus sehr ernst nehmen! Der Park liegt auf knapp 2000 m dazu noch die unbarmherzige Hitze und das laufen in feinstem Sand sorgen für großen Durst. Der Weg ist markiert von kleinen Steinhaufen oder Ästen, manchmal sind diese Markierungen jedoch nicht eindeutig. An einer Stelle haben wir vier Anläufe gebraucht um den richtigen Weg zu finden.

Der nahenden Sonnenuntergang treibt uns zum Auto und dort zu unserem Mittagessen. Im Schatten eines Kämpfers essen wir aus der Eisbox unsere Salate und Sandwich. Jetzt müssen wir uns beeilen, um auf den Parkplatz zum Delicate Arch zu gelangen. Hier geht es erneut Berg auf – zum Glück aber nur ungefähr 90 Minuten lang. Oben angekommen sitzen geschätzte 100 Menschen am Rande und warten auf den Sonnenuntergang. Gleichzeitig lässt sich hier aber der Narzissmus herrlich beobachten, wenn zahlreiche Menschen unter dem Steinbogen ein Foto machen müssen, und sich dabei auf selten dämliche Art und Weise zum Affen machen. Indem sie springen, eine Brücke machen oder ihre Hände gen Himmel strecken. Egal welche Pose, alle anderen sind nur genervt, weil sie einfach auf ein Foto ohne Menschen hoffen, dass sie mit nach Hause ins Fotoalbum nehmen können.

Nach Anbruch der Dunkelheit tapsen wir dann mit Stirnlampe bewaffnet wieder gen Tal und machen noch Meter, um eine kürzere Anfahrt zum Bryce Canyon zu haben.

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