Asia Uzbekistan Snowboarding

Heliskiiing in Usbekistan – Das Abenteuer beginnt

Die Reise von Jakob und mir beginnt in einem Airbus 320 der Aeroflot auf dem Weg von München nach Moskau Sheremetyevo; und schon das erste Kuriosum: Bei der Fluggastkontrolle durfte ich meine Schuhe ausziehen, George W sei Dank. Neben gutem Essen und gewohnter Innengestaltung des Flugzeugs verlief der Flug ruhig. Planmässig ging s dann in den Anflug auf Moskau. Eine beinharte Landung in atemberaubender Schräglage auf dem linken Fahrwerk überzeugte mich erneut, dass wir Europäer einfach tolle Flugzeuge bauen.
Aus der Röhre ausgespuckt fanden wir auch relativ schnell unsere vier Reisekollegen aus Berlin (Carsten, Nick, Sander und Mathias). Zum einen trugen sie nicht die typischen Fellmützen, und hatten stattdessen Helme an die Rucksäcke gehängt.
Das knifflige bestand uns jedoch noch bevor. Mit Überraschung hatten Jakob und ich in München erfahren, dass kein Boardingpass für beide Strecken ausgestellt wird, sondern wir mit dem Ticket an „irgendeinen“ Schalter gehen sollen, wo man uns freundliche weiterhilft. Der erste Weg war dann doch der zur Toilette. Kaum wieder draussen kam plötzlich Hektik auf. Eine Menschentraube trieb uns zu einer Tür vor der alle Ihren Boardingpass vorzeigen mussten. Tja, die russischen Flughafenangestellten waren alles andere als kommunikativ oder zuvorkommend ob unserer unvollständigen Unterlagen. Prompt wurden wir unserer Pässe samt Ticket beraubt. Wirres Russisch von allen Seiten und ein Lächeln vom Reiseorganisator Mathias beruhigten mich „Staatenlosen“ nun auch nicht gerade. Doch letztlich gab es alle Dokumente zurück und wir durften endlich durch diese ominöse Tür auf das Vorfeld zum wartenden Bus. In einer 15 min holprigen Fahrt durch einen Schneesturm fanden wir uns in einem Wartesaal auf dem nationalen Teil des Flughafens wieder.
Die Räumlichkeiten versprühten ungefähr soviel Charm wie ein zum Tode Verurteilter vor seiner Hinrichtung. Die grimmig dreinschauende Polizisten und Soldaten – wer weiss das schon so genau – unterstrichen den Flair. Immerhin gab es einen Kiosk mit dem Nötigsten. Nach ca. zwei Stunden waren wir erlöst – aufgeschreckt durch erneutes wirres Russisch und hektische Betriebsamkeit. Nun gingen wir wieder in die nur eine mögliche Richtung zum einzig lichtspendenden Glastürausgang. Die dort befindlichen Durchleuchtungsgeräte kamen dann zum Einsatz. Erneut „Schuhe aus“ und das andere Prozedere. Nie konnten wir die Frage klären, wieso wir erneut überprüft wurden, hatten wir doch im Grunde keinen Kontakt zur Aussenwelt; mal abgesehen von Olga der Pass-entreisserin und Iwan dem Busfahrer.
Auf dem Flugfeld zwischen Schneeflocken und einer undurchsichtigen Anstehpolitik vor dem Flugzeug wurde Sichtkontakt mit dem Rückgrat der Aeroflot Flotte aufgenommen: der Tupolev 154 M. Es wurde einem ausreichend Gelegenheit gegeben das Fluggerät in Augenschein zu nehmen, musste man am Fuss der Treppe in der Kälte verharren, bis ein Uniformierter die nächsten 10 oder 15 Passagiere die Gangway hinauf gehen liess.
Die TU sah eigentlich in Ordnung aus. Gleich vorneweg: Offensichtlich ging alles gut ! Im Innenraum machte sich aber relativ schnell Stirnrunzeln breit. Schon alleine die Tatsache, dass viele Sitze vorn über geklappt waren – so wie bei einem 2 türigen Auto beim Besteigen der Rücksitzbank – sorgte für grosse Fragezeichen. Dass die Lehnen jedoch nicht verstellbar waren führte dann zu Ausrufezeichen. Am schlimmsten war jedoch der Sitzabstand. So konnte ich mit 186cm nur mit gekrümmten Beinen sitzen, da meine Oberschenkellänge wohl jegliche russische Vorstellungskraft während der Entwicklungsphase des Flugzeugs sprengte.
Die gereichten Mahlzeiten schmeckten in beiden Fliegern wirklich lecker. Der Gang zur Toilette allerdings führte fast zum Rückwärtsgang des Essen, denn selbst das „kleine Geschäft“ war nur unter höchster Konzentration auf irgendetwas typisch sauberes, wie z.B. eine Bahnhofstoilette Berlin Bahnhof Zoo, zu verrichten.