Asia Uzbekistan Snowboarding

Usbekistan: Immer noch Schnee – Sessellifte in Usbekistan

Au weia, schon wieder Schneefall. Für heute hatten wir beschlossen an der Expedition in das nahegelegene Skigebiet Beldersey teilzunehmen. Nach einem gemütlichem Frühstück fuhren wir mit dem Armeelaster durch das verschneite Usbekistan. Vorbei am Skigebiet in Chimgan – dem Hausberg der Helistation – immer weiter in die Berge hinein.
Nachdem der Laster neben einer Blechhütte angehalten hatte, herrschte leichte Irritierung. Doch ein riesiges Stoffbanner pries uns die Freuden des Wintersports. Die hintere Seite der Hütte erwies sich denn auch als Lift. Bezahlt wurde pro Mann und Fahrt in Bar auf die Hand – Minimum 20 Personen, weil sonst der Strom teurer ist als die zu erzielenden Einnahmen. Naja, wer s glaubt.
Am Gipfel des Sessellifts sollte ein Schlepper auf uns warten. Doch den Sessellift musste man geniessen. Auf alten hölzernen Campingstühlen, die auf einer Metallquerstrebe verschraubt waren, zuckelte man in Richtung Berg. Muss es extra erwähnt werden, dass keinerlei Bügel vor dem Absturz schützten oder das Wintersportgerät in den Händen gehalten werden musste ? Nein, ich denke, dass war klar.
Der Schlepper am Berg entsprach bekanntem. Aber bei Nullsicht und starkem Schneefall sank die Begeisterung für den Sport mit jedem Mal, wenn das Board sich in einen nicht zu sehenden Schneehügel frass und die Fahrt abrupt stoppte.
Unsere 6er Gruppe beschloss die Abfahrt zur Talstation. Abgesteckte Pisten darf man jedoch nicht erwarten, präpariert sowieso nicht. Also folgten wir einfach der Schneise im Wald, die mehr oder weniger konstant gen Tal führte. In der Blechhütte am Fusse des Berges verbarg sich sogar eine Apres Ski Bar. Doch aufgrund des enormen Andrangs im Gebiet waren wir uns nicht so sicher, ob der Wodka vielleicht doch schon abgelaufen sein könnte. Darum löschten wir den Durst mit mitgebrachten Tee und spielten am Computer Solitaire.
Die tchechischen Kollegen hatten max. 40 Minuten länger Spass im Schnee und stürmten dann auch die Bar. Die Vorräte unseres Picknickkorbes waren sodann schnell aufgebraucht. Der Laster signalisierte uns mit laufendem Motor, dass die Heimreise angetreten wird.
Im Hotel stand wieder Entspannungsprogramm bis zum Abendbrot auf dem Plan. Das wurde nämlich erst um 20:00 Uhr serviert. Anschliessend gingen alle brav zum Beten. Am letzten Tag sollte es doch noch möglich sein zu fliegen.
Die Hiobsbotschaft lautete dann „Geburtstag vom Präsidenten“. Der Usbeke liess sich nicht nur Feiern, sondern litt wie viele seiner Landsleute unter einer gewissen Paranoia. Anders ist das generelle Flugverbot während einer „Reise“ des Präsidenten nicht zu erklären.
Am gegenüberliegenden Ufer hatte er seine Residenz und pflegte diese zu seinem Ehrentag aufzusuchen. Und der war morgen, Freitag. Daraus folgt: Flugverbot für den Tag und den Tag drauf. Letzteres hat für uns überhaupt keinen Sinn gemacht, aber es lohnt sich vermutlich nicht wirklich darüber nachzudenken.