Asia Uzbekistan Snowboarding

Usbekistan: Rückflug

Morgens um 4:50 Uhr ging unser Flug von Tashkent zurück nach München über Moskau. Die Ablughalle des Flughafens in Tashkent war entgegen der tristen Ankunftshalle sehr modern gehalten. Es gab sogar „Duty-free“ Geschäfte hinter der Zollabfertigung.
Bevor wir jedoch bis dahin gelangten, erpresste uns ein Aeroflot Mitarbeiter mit 25 EUR Strafgebühr wegen Überlänge des Gepäcks. Bei Weigerung würden wir eben hier bleiben. Es wurde gestritten und argumentiert. Letztlich flog das Gepäck gratis mit, da der nette Herr keinen Paragraphen finden konnte, der seine Forderung bestätigte. Der Flug verlief reibungslos, wenn man von der unbequemen Sitzposition mal absieht.
In Moskau wiederholte sich das Spielchen von der Einreise. Vom Flugzeug in eine Abfertigungshalle gebracht, begaben wir uns zum Transitschalter. Somit endete unsere Bewegungsfreiheit erneut zwischen Flugfeld und den Zollhäuschen. Pass und Ticket waren erneut weg. Diesmal passten insgesamt drei nette Damen in olivgrüner Uniform auf uns auf. Wir, das waren ein Häuflein gestrandeter Fluggäste mit Zielen westlich von Moskau.
Carsten schlief auf einer Bank ein, Nick döste im Sitzen während ich mein zweites Buch beendete.
Wie aus dem Nichts herrschte plötzlich Betriebsamkeit und man drückte mir einen Reisepass in die Hand. Trotz meines Hinweises, dass es sich nicht um meinen handelte, agierte Olga unbekümmert weiter und teilte andere Pässe aus. Mir wurde gedeutet, ich solle anhand des Bildes den richtigen Fluggast finden – eine vertrauensbildende Massnahme. Durch Glück sah ich meinen Ausweis und griff danach. Für den zweiten Pass fand ich auch schnell einen Abnehmer.
Ausser mir und Jakob erhielt niemand von unserer Gruppe einen Ausweis. Erst als Olga wild umherwuchtelnd nach zwei weiteren Passagieren suchte, merkten Jakob und ich, dass wir wohl von den anderen getrennt werden. Die durften noch weitere 6 Stunden in der Bude hocken. Der Bus fuhr an ausgeschlachteten Flugzeugwracks vorbei, die unter der Schneelast sicher Rost ansetzten. Dieser Flugzeugfriedhof mitten auf dem Flughafen nährte die Vermutung, dass ein Flug mit einem neuen Airbus doch einfach sicherer ist.
Im internationalen Terminal von Moskau herrschte dann die gewohnte hektische Betriebsamkeit und die Geschäfte prangerten das Übliche an.
Der Airbus 321 brachte uns ruhig und bequem nach München. Selbst das Gepäck kam, obwohl wir Angst hatten, dass uns der Aeroflot Heini in Tashkent ärgern würde, indem er die Sachen einmal um die Welt schickte.
Abends kam auch noch der Anruf von Mathias, dass alle gesund und mit Gepäck in Berlin gelandet sind. Nach diesen aufregenden Tagen habe ich beschlossen, dieses Abenteuer im kommenden Jahr erneut anzugehen.