Hawaii Kreuzfahrt
Hawaii North America Travel

Hawaii Kreuzfahrt

Am Montag, den 04. Sept beginnt die Reise in Los Angeles mit dem Flug nach Honolulu auf O’ahu. Nach dem Transfer zum Schiff, Einchecken, Durchlaufen der strengen Sicherheitsmassnahmen und letztlich der Notfallprozedur an Bord, lohnt sich kein Ausflug nach Waikiki.
Um 18:00 werden Segel gesetzt, bzw die Turbinen angelassen und Kurs auf Hilo auf Big Island (Hawai’i) genommen. Wir sind etwas ueberfordert und ergeben uns einer vom Reeder angebotenen Tour. Mit dem Bus zu Wasserfaellen, entlang einer Kuestenstrasse, ins Tsunami Museum und schlussendlich zur Schokoladenfabrik von Hawai’i. Die Akaka Wasserfaelle waren interessant, ebenso die Kuestenstrasse. Der Rest, naja.
Eingesperrt in einen Bus mit Rentnern und einem Busfahrer mit Witzen in englisch, die mir mein Vater im Kindesalter erzaehlte, liess uns schnell den Entschluss fassen morgen einen Mietwagen ins Auge zu fassen.
Am Mittwoch in Maui (Kahului) gehen wir auf eigene Faust los.

Mit dem Jeep Wrangler den Hana Highway im Nordosten der Insel entlang. Ein voller Erfolg, sehen wir neben dem schwarzen Sandstrand auch noch diverse Wasserfaelle und den Blue Pool. Dies ist ein kleines Becken am Fusse eines Wasserfalls, in dem man baden kann. Nun an sich nichts besonderes, nur mit der Kleinigkeit, dass keine 10m weiter der Pazifik mit mannshohen Wellen an die Felsen peitscht. Es ist nicht einfach, diesen Wasserfall zu finden, doch der Weg entlang der sehr kurvigen Kuestenstrasse Hwy 360 lohnt sich in jedem Fall.
Der Hwy bietet zudem unzaehlige Aussichtspunkte auf wunderschoene Klippen, Felsen, gruene Vegetation und romatische Wasserfaelle.

Da die Strasse hinter Hana relativ schlecht wird und uns noch laenger Zeit gekostet haette, haben wir in Hana umgedreht. Die Fahrt dauert in eine Richtung ca. zwei Stunden; ein paar Stops an Klippenueberhaengen oder Wasserfaellen eingerechnet. Es handelt sich hierbei lediglich um eine Strecke von ca. 30mi, aber die angeschlagenen 15mi Geschwindigkeitsbegrenzung haben bei den Haarnadelkurven und einspurigen Bruecken durchaus Ihre Daseinsberechtigung.
In der Naehe von Hana liegt auch der Wai’anapanapa State Park, dessen Hauptattraktion ein leicht zugaenglicher Strandabschnitt mit schwarzem Lavasand ist. Weiter westlich am Highway sollte man in die Ulaino Rd einbiegen, um an den sogenannten Blue Pool zu gelangen. Diverse Schilder weisen den Touristen daraufhin, dass dies eine private Strasse ist oder der Zugang zu der Sehenswuerdigkeit gesperrt ist. Allerdings duerfte das ein boeser Streich der Anwohner sein.

Diese sind dann aber wiederum so dreist und kassieren USD 2 fuer s Parken – je nachdem ob man 10 oder 20min laufen will. Der Waldweg fuehrt direkt aus dem Wald hinaus in eine Bucht mit schwarzem Kies. Hier an der Kueste entlang links halten und der Blue Pool taucht auf – ein ca 15m hoher Wasserfall, der sich in eine kleines Becken ergiesst. Dies fliesst direkt in den Pazifik ab. Wie bereits oben beschrieben, ist der vom „Pool“ nur durch ein paar schwere schwarze Gesteinsbrocken getrennt. Entlang der Kuestenlinie stemmen sich schroffe Felsformationen gegen die Brandung und laden ein zum Tagtraeumen. Gleiches gilt fuer die Felsen am schwarzen Strand.

An Tag Zwei auf Maui stellen wir mit Staunen fest, dass es eine Walmart Tour gibt. Da fliegen doch tatsaechlich ein paar Amis mind. fuenf Std mit dem Flieger und schaukeln 2 Tage auf See, um sich dann per Bus in einen Wal Mart fahren zu lassen. Nichts gegen diesen Markt, ganz im Gegenteil, nur als Sehenswuerdigkeit ?
Die Miete fuer den Jeep wird glatt um ein paar Stunden verlaengert und die Westseite der Insel erkundet. Auch hier lohnt sich jede Minute. Im krassen Gegensatz zu gestern ist die Landschaft ausgedoerrt und braun. Nicht minder interessant, aber eben doch ungewoehnlich, dass auf einer kleinen Insel solch unterschiedliche Klimas nebeneinander koexistieren koennen. Spaeter auf unserem Trip lernen wir auch noch, dass es auf einer Insel den nassesten Punkt der Erde gibt – doch dazu spaeter.
In Lahaina hat uns der Tourismus wieder. Hier gibt es alles was das (Surfer) Herz begehrt. Sogar ein Hard Rock Cafe. Weiter noerdlich beginnen dann auch prompt die Hotelburgen mit Golfplaetzen. Die sind hier ueberall und ich frage mich wirklich, was in Teufel’s Namen mich dazu bringen sollte um die halbe Welt zu fliegen und dann einen kleinen weissen Ball durch die Luft zu dreschen. Aber jedem das seine.

Kurz hinter den Hotels wird die Strasse wieder schmal, die Fahrt langsamer und wir stoppen mehr oder weniger zufaellig genau da, wo wir hinwollten: Olivine Pools. Ja, schon wieder ein Pool. Auf einem Felsvorsprung haben sich kleine Pfuetzen gebildet, in denen man schwimmen kann. Dabei tobt das Meer um einen herum. Das muss man gesehen haben, um es zu glauben.
Die Umrundung des Westzipfels von Maui endet mit der Durchfahrt von dem Doerfchen Kahakuloa und der folgenden engsten aphaltierten Strasse. Hier lautet das Prinzip vor der Ecke zu hupen…

Es ist Freitag und wir wieder auf Big Island – diesmal auf der anderen Seite in einer Stadt namens Kona. Vielleicht liegt es an uns oder an der Motivation und dem fehlendem Enthusiasmus, doch auch hier bleibt das grosse Erlebnis aus. Wir streunern ein wenig in der Stadt herum, finden erneut ein Hard Rock Cafe (nein, wir waren weder in dem einen noch dem anderen). Eigentlich wird die Zeit genutzt um was einzukaufen. Zudem gibt einer unserer Reisefuehrer irgendwie nichts her und deswegen legen wir uns wieder faul auf s Schiff. Die naechsten zwei Tage werden denn auch wieder anstrengender.
Am Abend haben wir um 17:30 im schiffseigenen Steakhaus Cagney’s einen Tisch reserviert. Fuer USD 15 pro Person kann die Karte rauf und runter bestellt werden. Das Filet Mignon 6oz, medium mit einer Folienkartoffel soll’s sein. Der Abend birgt zwei Ueberraschungen. Zum Einen ist happy hour und das ganze kostet nur 7.50 und zum Anderen ist dieses Stueck Fleisch wohl mit das Beste, was ich je gegessen habe – und ich habe schon viel Steak gegessen. Vom Kellner lernen wir, dass eine Farm in Ohio namens Durahm Ihre Viecher nur Grass fressen laesst und NCL dort das Fleisch bezieht. Natur die man schmeckt !

Wir legen im Hafen von Nawiliwili in Kauai an und werden ganz bequem von einem Bus des Autovermieters direkt am Pier abgeholt.

Erneut sticht die Wal Mart tour ins Auge *kopfschuettel* Vom Flughafen zum Wailua Marine State Park in oestlicher Richtung. Vorbei an Wasserfaellen und Sandstrand bis zum Leuchtturm bei Kilauea. Auf dem Rueckweg zum Hwy sollte ein Halt bei der Island Soap factory eingelegt werden. Aehnlich wie in einer Parfumerie kann man sich hier die Seife in diversen Formen, Farben und Konsistenzen zulegen. Auch ein Surferbalm fuer Hautprobleme, dass das Magazin „Instyle“ als Haarpflegemittel zweckentfremdet hat.
Die Grotten nahe der Hanalei bay sind dann doch nicht so aufregend und kurz danach endet auch die Strasse. Hier geht es nur zu Fuss weiter entlang der Na’Pali Kueste. Doch das heben wir uns fuer morgen auf, da ist naemlich der Helikopterflug angesagt.

Mit Blue Hawaiian starten wir, pilotiert von einem Oesterreicher, auf einen 50min Flug ueber die Insel Kauai. Das, obwohl es kurz voher noch in Stroemen regnete. Das stellt sich nun allerdings das entscheidende Vorteil heraus, sieht man doch unzaehlige Wasserfaelle, die durch den Niederschlag genaehrt wurden. Die Bilder des Ueberflug des Waimea Canyons und entlang der Na’Pali Kueste sind einmalig. Einige Fotos durch die Scheibe des Hubschraubers gelingen sogar ohne Spiegelung. In mitten der Insel fliegen wir auch am ??? vorbei. Einem Berg, der immer in Wolken liegt und als nassester Punkt gilt. Hier fallen in einem Jahr pro square feet ca. 11m Regen. Das nennen ich wirklich feucht.
Das letzte Stueck nach O’ahu beginnt bereits am Sonntag gegen 14:00. So zieht bei Tageslicht die Na’Pali Kueste an uns vorbei, bevor die Nacht heranbricht. Zum Abschluss ist nochmal Steakessen angesagt und wir werden erneut ueberrascht. Unglaublich so eine Erfahrung auf einem Kreuzfahrtschiff zu machen.

Gegen 9:50 verlassen wir kurz vor knapp das Schiff in Honolulu, O’ahu und mieten uns einen Wagen. UA 84 startet um 21:00 Uhr und die verbleibende

Zeit nutzen wir fuer einen Ausflug an die Ostseite der Insel. An der Kuestenstrasse finden wir eine kleine atollartige Steinmauer im Wasser. Ja, wir haben es gefunden – das Anwesen wo der Held „der“ coolsten Serie fuer Brusthaartraeger wohnte. Eins zu eins wie im Film.
Entlang der Kueste hangeln wir uns an endlosen weissen Straenden vorbei bis zur legendaeren „north shore“. Die Wellen sind um diese Jahreszeit natuerlich nicht wie in „Gefaehrliche Brandung“, doch es wimmelt nur so von Surfern. Dieser Abschnitt der Insel ist um Lichtjahre schoener und interessanter als das weltberuehmte Waikiki. Dieser Strand koennte im Grunde an jedem anderen Platz der Welt sein, wo die Sonne scheint: Miami, Palma, Phuket. Die Leute liegen wie die Sardinen an einem herrlichen Strand vor blaugruenem Wasser und haben Betonhochburgen im Ruecken. *waaaargh*
Da die Zeit noch ausreicht, nehmen wir Pearl Harbor auch noch mit. Eine weitere Enttaeuschung. Ein altes U Boot mit angeblich – seit Pearl Harbor – der Film und G W Bush glaube ich denn Amis nichts mehr ! – beruechtigtem Erfolg in zweiten WK liegt vor Anker und am Ufer weht eine Flagge mit einer Gedenktafel. Wir finden auf der Seite S-Z mindestens zwei Deutsche die in der Arizona umgekommen sind. Das Schiff liegt noch immer im Hafen; unterm Kiel der Missouri, auf der der Friedensvertrag mit Japan unterschrieben wurde. Dort tuckelt ein Boot hin. Also aufregend ist das nicht.

Die Inseln von Hawai’i sind definitiv eine Reise wert und die Kreuzfahrt bietet eine gute Gelegenheit einige zu erkunden. Allerdings sollte man die Ausgaben neben Flug und Schiff nicht unterschaetzen. Pro Person kamen nochmal ca. USD 800 hinzu – und der Alkohol floss nicht in Stroemen, im Gegenteil.