Beaver Creek & A-Basin, Colorado
North America US Westcoast Snowboarding

Beaver Creek & A-Basin, Colorado

Vail erstreckt sich auf drei Abfahrten entlang des I-70. Das Hotel liegt sehr zentral mittig zu beiden Liften. Fuer die kommenden sechs Tage ist das unsere Basis. Der Kamin ist schon jetzt zur Buchecke erkoren, falls die Muedigkeit nicht dominiert.

Am Wochenende sind die Gebiete Breckenridge und Vail nach uebereinstimmender Meinung viel zu voll. Daher faellt die Entscheidung fuer Samstag, 09. Feb auf Beaver Creek. Der reine Skiort liegt nahe Avon – nein, die verkaufen keine Kosmetik – etwa 15min von Vail entfernt. Am Eingangstor gibt es schon beim Parken zuviel Varianten fuer den durchschnittlichen Mitteleuropaeer: Valet 30, Exklusiv 20 und Regulaer 0 US$. Auch wenn durch Los Angeles einegewisse Vorbelastung durchaus vorhanden ist, parken wir beim Elch fuer lau. Ein Shuttle Bus bringt uns zum Ressort. Der Ort ist riesig, mit nett angelegten Hotels, der Ortskern bietet alles was man zu Hause vergessen hat. Die verschiedenen Ebenen sind mit Rolltreppen verbunden und die Klientel ist interessanterweise elitaerer als in Aspen. Die Skipaesse sind jedenfalls mit 92 US$ auch nicht gerade Aldi-Klasse. Auf jeden Fall gut, wenn die erstmal da waeren. Unsere Agentur CanUSA hat verbummelt die Paesse zu liefern; niemand weiss wo die Dinger sind. Nach 1.5 Std glueht der Magnetstreifen der Kreditkarte und neben Sonnenschein erwarten uns belebte Autobahnen auf knochenhartem Schnee. Carvingtag. Gegen mittag lockert der Schnee ein wenig auf, Linien ziehen wir aber den ganzen Tag.
Oh, unser Mietwagen steht uebrigens auf Sommerreifen. Das rueckt unsere Rallyefahrt von Denver nach Aspen in ein gany anderes Licht. Unbegreiflich, wie Alamo Leute auf Sommerreifen in die Rockies fahren laesst !
Die Menge an Leuten hat uns fuer Sonntag verschreckt. Einwohner haben uns Arapahoe Basin gegeben. Unser Colorado Ticket (ist noch aufgetaucht) gilt auch am hoechstgelegenen Skigebiet Nordamerikas. Das Gebiet wird auch „The Legend“ genannt, wohl vor allem wegen der riesigen Bowl auf der Rueckseite.

Auf dem Weg dorthin passieren wir Keystone und einen riesigen Stau auf der Abfahrt. Die Strasse zirkelt sich alpenaehnlich den Berg hinauf, bis auch wir in einem Stau stehen. In letzter Minute ergattern wir noch einen Platz nahe der Piste. Einfache Doppelsessel ohne Buegel transportieren die Sonntagsfahrer den Berg hinauf. Das Ziel lautet: Such den Tiefschnee, denn wir sind auf freerider unterwegs. Auf dem Kamm bei 12472 Fuss angekommen, ist die Enttaeuschung gross. Total verspurt breitet sich ein leicht zugaenglicher Kessel vor uns aus, in deren Mitte ein Sessellift die freerider wieder nach oben schaufelt. Wenn wir nun mal da sind. Erst die eine Seite, dann die andere. Hier findet sich auch wieder die Gelegenheit zum „tree skiing“ und die eine Piste namens Bierstadt ist selbstverstaendlich erste Wahl. Wobei die Fragen berechtigt sind, wieso diese Namensgebung und zum zweiten Piste ? Wir schrauben uns im Unterholz zum Lift.

Ein anderer Kamm des Gebietes bietet angeblich den steilsten Hang mit 77% Gefaelle. Keine Ahnung, ob hier die % anders berechnet werden, doch es gibt nichts vergleichbares in Nordamerika. Was soll ich sagen, wenn wir hier keinen Tiefschnee finden, wo sonst ?
Es ist steil, es blaest wie verrueckt und es wird nie eine Liebe mit den Buckeln. Zum Schutz vor dem Wind fluechten wir wieder in den Wald. Fantastische Eindruecke und die Gewissheit, dass Baeume gar nicht so hart sind.
Auch hier schliessen die Lifte um 15:30 Uhr. Zeit um noch ein wenig einzukaufen. In Silverthorne am I-70 hat Philipp ein outlet entdeckt. Irgendwie muessen wir die Zeit ja rumbekommen bis es dunkel wird. Nach einem Happen statten wir Keystone einen Besuch ab. Der Parkplatz liegt herrlich leer in der Dunkelheit und die beleuchteten Pisten schimmern hell in der sonst stockfinsteren Nacht. Der Sessellift fuehrt unbeleuchtet den Hang hinauf. Oben angekommen bleiben wir der Tradition treu, nicht gross nach Pistenplaenen Ausschau zu halten. Irgendeine Piste fuehrt schon ins Tal.

01 Comment

  1. Sabine

    Hallo Ihr beiden Skifahrer, hier „kommentiert“ Philipps Mutter Eure Berichte. Ich lese aufmerksam und warte immer auf neue Erlebnisse. Scheint ja genial schön zu sein und Spaß zu machen. Da ist ja unser Skifahren am WE in GAP ein Scheißdreck dagegen. Habe gerade mit Vio telefoniert und nun beschlossen, doch mal einen Kommentar zu schreiben. Wünsche Euch noch wunderbare Tage und ganz viel Spaß. Liebe Grüße!

    13. Februar 2008