Asia Vietnam Travel

Ho Chi Minh – erste Eindruecke bei Onkel Ho

Die Landung in Saigon verlief reibungslos im Flieger der Lufthansa. Interessanterweise flog ich bis Bangkok mit Thai, um dann auf die Frankfurt Maschine der LH umzusteigen.

Der Flughafen wird auch vom Militaer genutzt und die treiben oben ohne auf dem Taxiway Sport. Sehr lustig mit an zu sehen. Das Gebaeude ist im krassen Gegensatz zu den Militaeranlagen modern, sauber und architektonisch ansehnlich. Die Fahrt im Taxi zum Hotel ist eine Studie fuer den Verkehr der Zukunft. Unzaehlige Roller und Motorraeder schlengeln sich wie ein Fischschwarm die Strassen entlang, umgleiten die grossen Fische (Autos) ohne allzu oft anzuecken. Laeuft dieser Strom aus Hupen, Knattern und Gebrummel auf Baustellen oder Hindernisse auf, so teilt er sich gleich dem Wasser um einen Stein in der Stroemung – mitunter auch ueber den Gehsteig. Die Helme sind in einer Vielfalt vorhanden, dass man fast Moden fuer Europa davon ableiten koennte. Baseball Caps, Armeehelme, Jeansbezug, oder leuchtende Farben und Muster wechseln einander ab, die Menschen tragen laessige oder aber auch geschaeftliche Kleidung bis hin zu Stoeckelschuhen. Waehrend in denen Damen auf diversen Anlaessen bei uns kaum stehen koennen, faehrt hier die Frau auch noch einen Roller Slalom durch den Verkehr.

Ein Tagesausflug ins Mekong Delta soll uns die Lebensweise und die Gegend naeherbringen. Fuer US$ 9 sind Fuehrer, Bus und Boot inklusive. Der Transfer bis an den Steg dauert knapp zwei Stunden ein Weg, die Bootstour von einer Insel zu anderen insgesamt ca 4. Die erste Insel serviert uns exotische Fruechte, die zweite bietet Ihre Kokosnuesse in Form von Naschzeug an, waehrend es per Esel letztlich zu einer Honigfarm mit Pythons zum um den Kopf wickeln geht. Der verabreichte Honigtee / wein schmeckt etwas gewoehnungsbeduerftig, waehrend die Kokosnussfarm auch Kokosschnaps und Schlangenschnaps anbietet. Beide Derivate brennen wohl angeblich ganz schrecklich – vor allem der Schlangenschnaps mit einer Cobra samt Skorpion eingelegt wirkt eher als eine Mutprobe.

Das Mittagessen gibt es auf der letzten Insel und anschliessend geht es per Ruderboot durch einen schmalen Kanal zum Mekong, wo die Dschunke wartet. Das Wetter war sehr wechselhaft, aber zumindest stets warm, manchmal aber auch sehr sehr nass. Den Ausflug kann ich bedingt empfehlen, da relativ wenig „Leben“ gezeigt wird. Allerdings sind die Kosten ueberschaubar.

Abends kommen dann Anna und Christoph an, schwer bepackt im Regen. Nach dem Abladen des Gepaecks machen wir uns noch nachts auf den Weg durch den Ben Than Markt und zum alten Hotel de Ville, in direkter Nachbarschaft zum Hotel Rex. Das de Ville ist hell erleuchtet und spiegelt sich auf dem nassen Beton des vorliegenden Gartens.

Der Sonntag steht ganz im Zeichen des Touristen. Nachdem wir lange geschlafen haben haken wir diverse Sehenswuerdigkeiten (Notre Dame, Alte Post, etc.) ab und sind immer wieder auf der Suche nach North Face. Auf Wikipedia und anderen Seiten wird immer wieder von den fantastischen Einkaufsmoeglichkeiten hier vor Ort berichtet. Nur wo ? Wir erwischen Europaeer mit Wohnort in Saigon; stets immer negative Antworten. Beim Mittagessen haelt endlich ein Spanier mit franz Frau und suessen Kindern im Bekleidungsgeschaeft taetig den richtigen Tipp bereit: Der Russen Markt ist gegenueber dem Hotel Duxton in der Nguyen Hue. Dort im 1. Stock verkaufen Sie North Face und Columbia. Das Material ist hochwertig, die Verabeitung 1a und der Preis unaussprechlich ­čśë Den Abend beschliessen wir im Hotel Rex in der Bar, hoch ueber dem Platz vor der Oper mit einem Cocktail. Die Aussicht und das Ambiente verdienen auf jeden Fall Lob, doch die Qualitaet des Mixgetraenkes ist eher mittelmaessig. Vermutlich lebt die Bar mehr von Ihrem verschwindenen Ruf.

Am Montag (22.) lassen wir uns erneut auf eine organisierte Tour ein. Mit dem Bus zu den Chu Chi Tunnel; dem legendaeren System noerdlich Saigon, dass die invasierenden Amerikaner verzweifeln und letztlich verlieren liess. Doch vorher hielt der Bus bei einer Behindertenwerkstatt. Angekuendigt wurden hier Kriegsgeschaedigte, doch wie sich herausstellte war es eine gewoehnliche Einrichtung fuer behinderte Menschen. Die angebotenen Waren sind jedoch so ueberteuert, dass einem der Gedanken einer klassischen Touristenfalle nicht mehr loslaesst. Einige Produkte hatten wir einen Tag vorher auf den Markt fuer 60-70% guenstiger entdeckt.

An der historischen Kriegsstaette angekommen, stiess mir die komplett fehlende Pietaet auf. Zwar wurde eingehend die Strategie des Vietcongs und deren Menschenfallen erlaeutert. Doch Fotokulissen wie explodierte Panzer mitten im ehemaligen Kampffeld zeugen irgendwie fuer fehlende Sensibilitaet gegenueber den Toten beider Seiten. Das alles gipfelte im sogenannten Sportschiessen mit AK/47. Vergleichbare Mahnmale um den Globus nehmen etwas mehr Ruecksicht auf die bluttriefende Geschichte. Abgesehen davon entpuppte sich die Tour als eine 3/4 Tagestour und Essen ist nicht inkludiert noch gibt es etwas zu kaufen, von Erdnuessen mal abgesehen. Daher trotz US$9 ein klares Nein.

Am Abend touren wir durch Saigon, nehmen ein spaetes Mittagessen irgendwo im Viertel um Pham Ngu Lao ein. Das ist die eigentliche Empfehlung. Hier an einer Strassenecke draussen sitzen und die Leute beobachten. Unzaehlige Mopeds (angeblich 4 Mio) brausen vorbei, Fahrradhaendler, Strassenverkaeufer und Touristen. Das Leben in Ho Chi Minh ist so am Besten zu beobachten, ob im backpacker Viertel oder sonst wo. Die Sehenswuerdigkeiten lassen sich an einer Hand abzaehlen, die Einkaufsmoeglichkeiten hingegend sind schier unermesslich.

Unser Hotel: Bi Saigon Hotel ist eine klare Empfehlung. Das Essen ist guenstig und lecker – nur das kostenlose Fruehstueck muss man nicht einnehmen.