Northland
Allgemein New Zealand Oceanica Worldtrip

Northland

Auf dem Motorway No 1 fahren wir gen Norden. Anfangs ähnelte der einer dt. Autobahn, doch kaum sind wir über die Brücke, wir bei jeder Abfahrt eine Spur abgezwackt bis wir einspurig sind. Unser Tagesziel ist Whangarei. Doch in der Zwischenzeit wollen wir die Gegend genießen. Als es Maut kosten soll, fahren wir auf die Umleitung über Orewa und gelangen zufällig an die Whangaparaoa bay. Der langgezogene Sandstrand scheint ein Kite Surfer Paradies zu sein. Die Sonne scheint, doch weht eine steife Brise – wie ich als alter Fulderaner zu sagen pflege.

Kaum fahren wir ein paar Kilometer weiter, beginnt es zu regnen. Teilweise richtig heftig. Daher sehen wir Whangarei auch nur im Nassen. Zumindest hört es zeitweilig auf, als wir auf den Berg am Hafen fahren, der eine schöne Aussicht bieten soll. Also der Blick auf die Stadt ist dürftig, blickt man doch auf das Industrieviertel. Die Bucht sieht ganz nett aus, soweit das eben bei dem Wetter geht. Wieder im Hafen, stellen wir fest, dass stadT gegen 17 Uhr wirklich die Bordsteine hochklappt. Wir bummeln durch die Fußgängerzone und fast alle Läden haben zu. Das Esquire Cafe hat nich auf und überbrückt die Stunde bis zu unserem Couchsurfer Brendon. Die Cafe Kette gibt es in jeder großen Stadt und mit einer Bestellung gibt es gleich einen Internetgutschein dazu. Dafür kostet ein Kakao auch NZ$ 4,90.
Brendon wohnt in einem Holzhaus, wie es auch in USA stehen könnte. Sogar der Schnitt innen ist identisch. Das gemeinsame Abendessen nehmen wir in der Stadt ein. Da hat doch sogar was auf. Bei einem oder mehreren Gläsern Wein klingt der Abend aus.

Tag 13 / 11.05
Als erste Aufgabe steht Einkaufen an. Es gibt ein wenig Diskussion, was in die Tüte soll. Da der Kühlschrank und anderer Platz begrenzt ist, ergibt sich das meiste von alleine. Das Frühstück besteht aus einem Muffin für jeden. Das muß besser werden 🙂 Auf dem Weg nach Tutukaka ( ja, die Ortsnamen sind wirklich der Knaller) halten wir kurz bei den Whangarei Falls. Ich schätze mal 15m hoch. Leider beginnt es auf dem Weg nach unten zu regnen – zumindest haben wir ein wenig Bewegung.
Der Regen begleitet uns leider weiter auf der Fahrt und die kleinen Städte an der Küste lassen nur erahnen, wie es hier wohl im Sommer aussieht. Die Küste ist sensationell. Begrünt bis ans Meer, dann die Übergänge zum Sandstrand. Toll. Irgendwo brutzeln wir quer unter einem Baum geparkt unsere Dosenravioli und bemerken, dass genau gegenüber die Bullerei Station liegt.

Die von Brendon empfohlene „Whale Bay“ bei Matapouri hat nicht umsonst den Titel als eine der besten Strände Neuseelands bekommen. Von der Straße führt ein schmaler Weg durch dschungelartig begrünte Hänge zu einer kleinen, verschlafenen Bucht. Der Blick geht entweder raus auf s Meer oder auf die schwarzen Felsen der Nachbarbucht.

Die „bay of plenty“ bei Paihia erreichen wir wenig später. Leider bleibt uns der Regen treu und wir disponieren um. Wenn schon unwirtlich, dann doch ans „cap reinga“; der nördliche Zipfel der Nordinsel samt Leuchtturm.
Bevor wir wieder vom 10er auf die Nr. 1 abbiegen, wird der Wagen getankt. Wir düsen in der Dunkelheit gen Kap, mit Böen, die den Wagen teilweise einen Meter versetzen. Aufregend. Kurz nach Waitiki Landing finden wir eine Einfahrt zum Parken und Pennen. Die camping-erfahrene Mitreisende hat auf einmal Angst vor Mördern, Kühen und der absoluten Dunkelheit. Dafür leuchten die Sterne so hell, es ist die wahre Pracht. Die Milchstrasse ist mit bloßem Auge zu erkennen.

Wir haben gerade die Augen zum Tag 14 geöffnet, da kommt auch schon ein Ranger und ermahnt uns. So wild dürften wir dann doch nicht campen. Aha, ich spare mir die Frage nach dem Gradmesser für wild.
Das Kap empfängt uns stürmisch und einsam. Neben uns ist nur ein anderer Wagen dort und endlich lacht auch mal die Sonne vom Himmel. Die Stimmung paßt hierher. Sturmwind, hohe Brecher und ein auf einem Felsen thronender Leuchtturm. Die Fahrt hat sich gelohnt. Jetzt geht es dengleichen Weg wieder zurück. Überraschend stellen wir fest, daß an der „Tapotupotu bay“ ein Campingplatz direkt am Meer gewesen wäre; sogar für lau. Mmh.
Der Abstecher zu „Rarawa Beach“ ist ok, allerdings kann ich nicht so ganz die Begeisterung für den Sand des Reiseführers teilen. Hingegen löst der verbotene Abstecher auf den „90mi Beach“ wahre Glücksmomente aus. Es gibt 2-3 Stellen, wo man offiziell mit einem Allrad auf dem Strand entlangdüsen darf. Unser Mitsubishi schafft das auch mit Heckantrieb, und so Brettern wir mit 120km/h über den nassen Sand und manchmal auch durch s Wasser gen Süden, hihi. Kaum ist das abgehakt, wird es wieder nass von oben. Das bleibt quasi auf der ganzen Strecke von Kaitaia bis Rawena so. Doch auch im Regen sind die Serpentinen auf diesem Abschnitt des Motorway 1 beeindruckend. Schlimmer als an einem Alpenpass und dabei begrünt, als wäre man in einem Tarzanfilm gelandet.
Die Fähre bei Rawena zu nehmen ist schneller als außen herum nach Opononi zu fahren. Auf dem Schiff sehen wir gar nichts mehr. Im Ort drüben angekommen, plagt mich der Hunger. Ein „take Away“ direkt im Hafen gehört mir. Wenn die Kiwis alle nur dort essen würden, könnten sie den Amis Konkurrenz machen. Nur fettige Speisen, aber sie schmecken. Die Dinger gibt es in jedem Kaff. Nach der kleinen Pause kommt die Sonne ein wenig durch. Das Wechselhafte bleibt uns bis Opononi erhalten. Dort gibt es eine riesige Sanddüne und schöne Küstenabschnitte. Nur im Regen ist das nicht so toll. Am Hafen setzen wir uns in eine Kneipe vor den Kamin und wärmen uns. Danach fahren wir zu Chris & Liz, die uns netterweise Ihre Couch überlassen. In totaler Dunkelheit fahren wir auf unbefestigter Strasse den Ort Waiotemarama ab. Das Haus liegt wunderschön in einer Senke und man ahnt von draußen nicht, welch Schatz sich darin verbirgt. Die beiden haben aus einem alten Holzhaus eine kleine Villa gebaut – mit 2 Terassen, einer rustikalen Küche und schnuckeligem Bad inkl freistehender Wanne. Wir bekommen ein Extrazimmer mit NZ Kissen und sitzen abends am Kamin mit Chris und plaudern. Chris erzählt vom Hausbau und seinen Weltreisen – ja, Mehrzahl, seufz.

Der 15. Tag bricht mit Sonnenschein an und soll so bis Abends bleiben. Wir holen unser Frühstück aus dem Wagen. Endlich mal wieder im Sitzen essen. Beim Camping haben wir bis jetzt aus der Heckklappe heraus im Stehen gespeist.
Unser Tagesziel ist der „Waipaua Forest“ mit den riesigen Kauri Bäumen. Diese Bäume wachsen teilweise über 100m und sind bis zu 1500 Jahre alt. Die verschiedenen Wanderungen dauern ca 1,5 Std und führen uns zu verschiedenen Höhepunkten.
Es ist auf jeden Fall empfehlenswert nicht nur den größten Kauri anzusehen. Der steht keine 3 min von der Strasse. Ein wenig weiter auf Nr. 12 gibt es einen weiteren Parkplatz.

Hier läuft man durch einen herrlichen Wald und findet ausgewiesen die anderen Baum celebritiies wie „die 4 Schwestern“. Weiter geht es zur Düne. Die wollen wir auch mal in besserem Licht sehen. Und siehe da, hervorragend. Der Ort Opononi wurde uns von jedem Kiwi ans Herz gelegt. Dort kann man Segeln, Dünenrutschen und baden. Leider war es schon ein wenig frisch, aber Ort steht noch in kaum einem Buch, ist demnach ein wenig verschlafen. Absolut empfehlenswert. Zumal auch Wanderer auf Ihre Kosten kommen. Es gibt ausgewiesene Strecken.
Wir beschließen die „poor Knights“ nicht zu tauchen. Erstens kostet das NZ$ 225 und dann in voller Kalttauchmontur. Das Geld sparen wir uns für Tauchen in Bali oder später in Port Douglas in Aussie. Stattdessen verabschieden wir uns von Chris und Düsen gen Süden. Auf dem 12er über Dargaville nach Sandspit. Die Route ist schnell und die Strasse ungewöhnlich gerade. Da kann ich s auch mal laufen lassen. Generell kommt die Schönheit von NZ erst mit ein wenig Licht. Dieses Grün ist unbeschreiblich. Vermutlich haben wir zig Fotos mit grünen Hügeln und saftigen Wiesen bis wir heimkommen. Man fühlt sich im Auenland, auch wenn ich nie Fan der Triologie war. Ein kleiner Tipp:

Kurz nachdem Waipaua Forest geht rechts ein Feldweg weg – „Maunganui Bluff“. Wer auch immer hier ist, muß da runter. Es dauert ca 15 min bis an den Strand, aber dann…wer kennt die Szene mit Vater und Tochter am Strand, wartend auf die Welle, aus „Deep Impact“? Ein paar wenige Strandhäuser mit hölzernen Geländern an der Treppe über die Dünen zum Strand hinunter. Und ein breiter, einsamer Sandstrand soweit das Auge reicht. Wie aus dem Bilderbuch.
Hier wird es bereits gegen 17:30 dunkel und so erreichen wir unseren Zeltplatz in Sandspit in schwarzer Finsternis. Auch hier ist der Sternenhimmel noch deutlich erkennbar, wenn auch nicht ganz so schön wie am Kap. Das verheißt Gutes für morgen.

Die Nacht ist klamm und kühl. Unser Heizer kommt zum Einsatz, da wir den Hippie Camper das erste Mal an den Strom anschließen. Den 16. Tag beginnen wir mit einem Frühstück vor dem Bus. In der Sonne. Ich tippe gerade den Text in Shorts.
Es ist also schon morgens sehr warm. Ein kurzer Abstecher an die Bucht und dann wieder auf die Autobahn nach Auckland. Dort bummeln wir nochmal durch die Häuserschluchten und fahren nachmittags weiter nach Hamilton.