Waitomo Caves
New Zealand Oceanica Worldtrip

Waitomo Caves

Hamilton ist die 5. größte Stadt mit 120.000 Einwohnern. Das merkt man auch gleich beim Reinfahren. Bekannte Restaurantketten, Autohändler und Supermärkte. Da wir um 19:00 Uhr mit Jonathan, einem Studenten, verabredet sind (CS), schauen wir im Zentrum der Stadt vorbei. Danach folgen wir seiner Wegbeschreibung. Ein wenig auswärts fahren wir an langen Koppeln vorbei. Hier und da ein Haus. Als wir in die Einfahrt einbiegen, liegt ein langer Schotterweg vor uns, bis wir vor einem Eisentor mit Mauerpfeilern stehen bleiben. Ein Blick auf die Beschreibung; hm, stimmt, also klingel ich. Prompt öffnet sich die Pforte und wir fahren eine Allee zum Haupthaus entlang.
Wer auch immer „Denver Clan“ gesehen hat, weiß wo wir waren. Jonathan entpuppte sich als Studi, der nach einem London Aufenthalt wieder bei seinen Eltern wohnt. Gemeinsam gab es Lamm zum Abendessen und wir fühlten und ein wenig dämlich mit einem 6er Pack Dosenbier und Kartoffelchips. Eigentlich habe ich eine Studi WG erwartet.
Mit vielen Tipps fand ich mich um 21 Uhr auf einem Tennisplatz wieder und drosch nach zwanzig Jahren wieder die Filzkugel über s Netz. Kein Eigenlob, doch das ging recht gut. Zum Glück war Jo wohl aus der Übung. Der Abend klang bei Bier aus und wir zogen uns in unseren Flügel zurück. Bad und Dusche hatten wir für uns. Sicher ist das atypisch CS, aber dennoch total nett.

Den 17. begehen wir wie immer ziemlich früh. Der Vater hat schon ein wenig Frühstück vorbereitet, während Jo zum Rudern los ist. Nach Kiwis im Überfluß düsen wir los und erblicken die Ländereien bei Tageslicht erst richtig. Wow. Kurz nach der Kreuzung zu den Waitomo Caves (Glühwürmchen Höhlen), liegt auch schon der Anbieter „blackwater“. Eine Empfehlung von Jo. Die machen just eine Gruppe fertig. NZ$ 135 für 5 Std, inkl. Abseilen, Glühen, Reifenrafting und Klettern. Das klingt fair, wenn auch nach einem Nebensaison Angebot. Wir haben ein Prospekt, da kostet nur das Reifenrafting soviel.

Die Tour ist naß und kalt. Die Wassertemperatur beträgt schlappe 14 Grad und zerrt zum Ende hin ziemlich an der Motivation. Die 27m Abseilen am Anfang sind wirklich eine lockere Übung, die Würmchen und Ihr Lebensraum faszinierend, wenn das Zähneklappern nicht wäre. Leider ist Niedrigwasser und das Rafting ist mäßig. Die Kletterei aus der Höhle ist nicht so schwer wie gedacht, aber mit Sicherung läßt sich ja leicht reden. Das Beste an der Sache war der Führer Brendon und seine Witze über Amerikaner. Herrlich. Laut seiner Aussage stellt niemand Fragen wie die. Kostprobe gefällig (die Fragen kommen wohl regelmäßig) ?
„Wieviel % der Höhlen befinden sich denn unter der Erde ?“
„Wenn wir raften, schwimmen wir im Kreis und kommen wieder an der Einstiegsstelle heraus, oder ?“ – Disneyland, klarer Fall 🙂

Nachdem wir aufgewärmt sind, läuft die Heizung im Mitsubitschbatsch trotzdem volles Programm, genau wie der Motor. Rotorua wollen wir noch erreichen. Das Thermalmekka von Kiwi wartet auf uns. Und Sebi, der ist auch auf dem Weg. Der Campingplatz kostet NZ$ 20/ Per, was ziemlich viel ist dafür bietet er dann aber eigene Thermalquellen; ok, nun nicht wirklich der Hammer in Rotorua.
Nach dem Abendbrot fahren wir kurz in die Stadt, um mal wieder zu bloggen. Bei der Fenster-Version dauert das natürlich wieder ewig. Klar, oder. Dafür gibt es gratis Live-Gesang und der eine Mauri kann wirlich gut Karaoke.

Heute, am 16.05 (18. Tag), haben wir uns mit Sebi in Waiotaupo verabredet. Vorher laufen wir wie empfohlen einfach durch Rotorua. Die leben da in einer aktiven Vulkangegend und es zischt und brodelt wirklich überall. Zwischen, unter, neben Häusern steigt Wasserdampf auf. Die Erde an sich ist richtig warm. Logischerweise ist das Wasser kochend heiß. Nachteil dieser Gratisheizung – Schwefelgeruch. Es muffelt überall leicht nach faulen Eiern. Als wir einen Platz passieren, der nach einer Mauri Stätte aussieht, kommt ein Wächter und verlangt im ersten Schritt NZ$ 20 von uns. Dann halbiert er.

 

Wir verlieren sofort das Interesse an der Kirche und deren Vorplatz und trollen uns.
Etwa 20min südlich liegt das thermale Wunderland Waiotaupo. Dieser von Kratern durchzogene Park ist ziemlich aktiv. Zum Themen Zischen legt er die Latte gleich mal höher. Beeindruckend sind hier die bunten Farben des Gesteins: leuchtend Gelb (Schwefel) oder knall Orange (Antimonsulfide) z.B. Die lange Runde dauert etwa 90min und am Ende liegt ein Kratersee, der aussieht wie eine Riesensuppe Mountain Dew. So richtig quietsch-grün.

Am Restaurant an der Hauptstraße gesellt sich Sebi zu uns. Meine Herren, das letzte Mal als wir uns gesehen hatten, war etwa vor einem Jahr am Münchner Flughafen. Die nächsten Tage reisen wir nun gemeinsam. Er und ich sind alte Reisehasen. Das ist mittlerweile das siebte Land, in dem wir gemeinsam was unternehmen. Zuerst steuern wir denn die mudpools an. Leider hatte es während des Essen geregnet und so konnte noch nicht alles Wasser versickern. Am Rand konnte man aber deutlich die kleinen Schlammblasen beobachten. Die heißen Wasserfälle – ein Tipp eines Kiwi – fanden wir nicht. Wir wähnten uns auf dem richtigen Weg, stolperten aber über verwesten Tiere. Unzählige Knochen und die Reste von Kadavern lagen am Waldrand eines Weges. Naja, auch ein heißer Fund, wenn auch anders.

Die Badeecke nach dem Wunderland finden wir sofort. Ab in die Badehose und rein ins Vergnügen. Eine heiße Quelle fließt in den normalen Fluß. Je näher man gen Quelle geht, desto heißer wird ist. Lustigerweise nur an der Oberfläche. Durch Schaufeln kann man von unten kaltes Wasser nach oben bringen. Die Partikelchen sind Baumrinde und anderer Dreck, der sich dann meist in der Badehose wiederfindet. Mein Betteln und Flehen um eine Dusche fand kein Erbarmen, wir campen wild. Ferkel, pfff 🙂
Taupo wird abends noch unsicher gemacht. Was heißt, das wir in einer leeren Kneipe sitzen und uns nett unterhalten.

Die Nacht ist sehr frisch, zumal unser Heizlüfter nicht mehr geht. Auf dem verlassenen Parkplatz in der Nähe der Huka Wasserfälle schmieren wir am Tag 19 gemeinsam Honig/ Marmeladen/ Nutellabrote. Zu den Fällen ist es nur ein Katzensprung. Der Wasserstand ist ziemlich niedrig und daher ist der Kanal nicht voll gefüllt. Man muss wissen, dass sich das Wasser aus dem Taupo See durch ein felsiges Nadelohr presst, an dessen Ende besagte Fälle sind. Hier rauschen pro Minute 5 Olmypiapools aus 10m in das Becken. Die in Kiwi erfundenen Jetboote fahren ganz an den Wasserfall heran. Allerdings kosten 30Min NZ$ 90 und bei Morgennebel auch nicht wirklich toll.
Ein Spektakel ist jedoch die Öffnung der Schleusen weiter flussabwärts. Dreimal täglich wird hier Wasser ins nächste Flußbett gelassen. Faszinierend, wie sich die Wassermassen langsam die Schlucht hinunter drücken. Während oben bereits reißende Gischt entsteht, ruht das Flußbett weiter unten vollkommen. Für kurze Zeit erwägen wir einen Heliflug, doch die NZ$ 99 sind nur für die 10Min Runde. Die Mittagspause legen wir panoramaoptimiert direkt am Taupo See ein. Auf einerakrbank brutzeln wir Nudeln a la Arabita, bevor wir noch ein wenig in der Sonne liegen. Entlang der Ostküste führt der Motorway nach Süden und wir suchen den empfohlenen Felsvorsprung. Wie beschrieben werden wir auch fündig, doch der niedrige Wasserstand macht es unmöglich oder zumindest gefährlich. Mach reichlicher Überlegung bleiben wir trocken. Schade !

In Turangi kehren wir bei Johanna ein, einer Freundin von Sebastian. Sie ist voll im CS Fieber und hatte kürzlich bei einem Kiwi Treffen 80 Leute zu Gast. Sehr witzig, vor allem wenn man weiß, dass Sie 65 ist ! Voll die coole Oma mit 2 süßen Hunden. Bei Kaminfeuer – das scheint hier irgendwie Standard zu sein – und Kürgissuppe quatschen wir noch ein wenig und gehen früh schlafen. Morgen steht ja die Überquerung des Tongario an.

Hui ui huiuiui, heute für Tag 20 steht der Mt Dume (Herr der Ringe) auf dem Programm. Wie die Gefährten, Frodo und Sam kraxeln wir gut 700 Höhenmeter auf dem Rücken des Vulkans. Am Parkplatz brechen wir gegen 6:45 Uhr auf und erreichen den Gipfel um 11:00. Die Sonne blieb uns während des Aufstiegs treu, versteckte sich nun aber zunehmends hinter Wolken. Die Rückseite wollten wir eh nicht laufen und so kehren wir um. Auf dem Weg nach unten bekommt man einen anderen Blick und die Eindrücke dieser unwirtlichen Gegend verstärken sich noch. Graues, schwarzes, rotes Lavagestein wechseln sich mit schroffen Felsen und großen Ebenen ab. Ab und an zischt es auch noch gehörig. Sehr beruhigend, dass der Vulkan im letzten Jhr dreimal ausgebrochen ist, das letzte Mal ’75. Da in Europa noch immer Island für viel Asche sorgt und Griechenland davon nicht genug kriegen kann, steht hier auch ein Schild mit Handlungsanweisungen für den Ausbruch. Kurzum: Renne um Dein Leben. Danke, den Tipp habe ich wirklich gebraucht.
Nach 2/3 des Rückwegs beginnt es zu regnen und wir sind echt froh, oben nicht noch ein wenig rumgestöbert zu haben. Verwundert sind wir über all die Leute, die uns hier unten noch entgegen kommen. Es ist 13:00 Uhr und der Gipfel gut und gerne 3 Stunden entfernt. Aber vielleicht haben die auch Taschenlampen dabei !?

Johanna ist ziemlich überrascht uns schon zu sehen. Das Wetter in Turangi ist gut und sie spielt mit den Hunden draußen im Garten. Nach einer Dusche führt Sebi die Kolonne nach Bulls an. Zu einer Döner Bude. Jaja, aber der Döner ist wirklich lecker. Allerdings zieht sich der Weg dahin. Wir brauchen drei Std. Hier heißt es vorerst „bye bye Sebi“, weil wir nach Palmerston North weiterfahren, während er nach Wellington düst. Übermorgen sind wir auch dort. Vorher wollen wir aber noch ein wenig den Süden angucken.
Für die Nacht steuern wir einen Campingplatz an und verkrümeln wir uns in den Wagen und verdauen noch den Döner bis zum Einschlafen.