Wellington und der Süden
New Zealand Oceanica Worldtrip

Wellington und der Süden

Nach exakt drei Wochen wachen wir wie immer früh am Campingplatz auf, doch die anfänglichen Sonnenstrahlen täuschen. Es ist diesig und wir überdenken die Route.

Eigentlich wollten wir nach Masterton fahren und uns die Weingegend ansehen. Doch im Regen ist das nicht so toll.
Also fahren wir Richtung Wellington auf dem1er und machen 2x Halt. Zum einen in Otaki. Dort steht die älteste Kirche Neuseelands und es hat einen Strand, der mich an die Nordsee mit Ihren Dünen erinnert. Die Inneneinrichtung der besagten Kirche ist mal ganz anders. Hier sieht man selbst bei den Christen den Einfluss der Mauri.
Der zweite Halt ist im Renterstädtchen Waikanae. Hier sehen wir Boule spielende Renter und generell viele alte Leute. Laut Reiseführer ist das auch eher ein Ort für den Alterswohnsitz. Umso überraschter sind wir über ein Neubaugebiet, an dem wir zufällig vorbei kommen. Dort steht ein architektonisch ultra-modernes Haus als Muster. Kaum gucken wir interessiert, kommt auch schon ein älterer, enthusiastischer Verkäufer angeschlurft und stellt uns bereitwillig alle Details dieses umweltfreundlichen Wunderhauses vor. Alles wirklich beeindruckend und vom Design her ein Knaller. Das Ganze für 1 Mio, das sind knapp 560 T€ inkl Grund. Ok, nicht wirklich zentral, weil 1 Std von Wellington entfernt, doch trotzdem ziemlich günstig. All die Umwelttricks habe ich mir versucht zu merken. Man kann ja nie wissen !

Nun aber direkt nach Wellington. Das Wetter wird zunehmend schlechter und schließlich mal wieder richtig schiet bis wir ankommen. Sebi und Barbara wohnen ziemlich zentral gegenüber dem Te Papa Museum, mehr oder weniger direkt am Hafen. Tolle Aussicht und alles in der Nähe. Bis Sonntag bleiben wir hier. Auch Wellington entpuppt sich als eine sehr schnuckelige Stadt, die ähnlich wie Auckland viele kleine Holzhäuser und enge, kurvige Hangstraßen bietet. Der Geschäftsteil der Stadt protzt mit Hochhäusern, die Hongkong-gleich

die Hafenrundung bevölkern. Bei Tag und bei Nacht eine beeindruckende Kulisse. Der Stadtstrand ist zu Fuß auch nur 20min weg und es sind sogar Kiwis im Wasser. Überhaupt deren Temperaturempfinden ist wirklich erwähnenswert. Egal wie zapfig, beinfrei geht immer. Auch wenn man eine Wollmütze und nen Parka oben trägt. Das sieht mitunter sehr seltsam und lustig aus.

Wir tauchen hier ein wenig ins normale Leben ab und schauen uns nebenher die Stadt an. Das Museum ist gratis und gut für einen langen Nachmittag. Ein wenig Geschichte und viel Natur. Bilder und Kunststücke sind nebensächlich – ein Glück. Mir hat es der riesige Tintenfisch angetan. Ein Monster aus der Tiefe und 4m groß. Der liegt in Formaldehyde (schreibt man das so?) für die Ewigkeit konserviert. Aber den Fang haben sie auf Video festgehalten. Kino testen wir auch, „Iron man 2“. Solides Popcorn Kino, aber die Handlung ist ein wenig dünn im Vergleich zum ersten Teil.
Durch die Fjorde ist Wellington ziemlich verwinkelt, doch bietet es dadurch viele Seiten. Vor allem die

Ecke hinter dem Flughafen ist wunderschön. Kleine süße Häuser an Hängen oder direkt am Meer und das Ufer abwechselnd dunkle Felsen oder Strand. Da kommt sofort Strand/ Urlaubsgefühl auf. Ja, ich bin im Urlaub, denke aber daran wie es wäre hier zu wohnen. Bis auf heiße Weihnachten bietet NZ ja eigentlich alles wie zu Hause. Nur die Leute – auch an der Arbeit – sind soviel entspannter ! Die Südinsel sorgt dann für den Ausgleich im Winter, mit all den Gletschern und Skigebieten. Folglich alles da, was ich bräuchte. Laut Sebi ist in Wellington sogar eine große Filmindustrie und die Stadt trägt den Beinamen Welliwood. Hm !?
Position:Cable St,Wellington,Neuseeland