Fazit
New Zealand Oceanica Worldtrip

Fazit

Neben all den Sehenswürdigkeiten, oder vielmehr der Natur, gibt es aber auch andere Dinge zu entdecken. Vielleicht sind es Kleinigkeiten, oder sogar Belanglosigkeiten, doch ich entscheide hier und jetzt, dass sie einen extra Eintrag wert sind.
Obwohl Japan gemeinhin als das Land der aufgehenden Sonne bezeichnet wird, stimmt die Aussage nicht. Denn die Kiwi sind das Land des Sonnenaufgangs und früher dran als die asiatischen Kollegen. Auch wenn das nicht 100% korrekt ist, schließlich liegt die Inselgruppe Tonga mehr oder weniger auf der Datumsgrenze. Legt man aber die Defintion Land zu Grunde, schummelt Japan – oder kopiert, so wie bei den Autos 🙂
Wo ich gerade ein wenig lehrerhaft unterwegs bin, gleich noch was hinterher. Mich hat es überrascht, dass Sydney nördlicher liegt als Auckland. Somit sind die Kiwis wirklich ziemlich weit unten. Daher auch der Spruch: „if the world goes arse up, then we will be on top“

Kurios war Diederik, der fliegende Holländer. Das erste Mal haben wir dem sympathischen Euro in Whangarei getroffen. Nach einem kurzen Plausch trennten sich unsere Wege. In Opononi trafen wir ihn am Parkplatz mit Aussicht erneut. In Wellington im Cable Car und wir stellten fest, dass wir alle einen Tag später auf die Südinsel übersetzen. Gleichzeitig, nicht aber mit dergleichen Reederei. In Havelock rannten wir erneut ineinander und tauschten Mobilnummern aus.
Naja, bei den Pfannkuchen verpassten wir uns knapp, in Franz Josef hat es wieder geklappt. Das Land ist offensichtlich ziemlich übersichtlich.
Wo ich gerade von Kuriositäten schreibe. In Sandspit am Campingplatz tappel ich morgens in die Dusche und entdecke im Waschbecken ein Insekt, dass ich noch nie gesehen hatte. Dafür betrat sogar das Weibchen die Herrenabteilung der Campingdusche und staunte nicht schlecht über die Gottesanbeterin.

Neulich im Supermarkt waren die Schlangen so lange und die Selbst Scanner Kassen leer. Folglich ging s da weiter. Nun ist die Tatsache an sich kein Knaller, allerdings hat mich die Technik geschockt. Nach jedem Scan muss das Produkt in die Tüte gepackt werden, denn unter der gleicht eine Waage das Gewicht der Tüte mit dem Produkt ab und erlaubt erst nach dem Eintüten weiteres Scannen. Augen wie Bauklötze, abgesehen von allen erdenklichen Zahlungsmöglichkeiten. Sind die Kassen bei uns auch schon so weit ?

Vermutlich ist den meisten klar, dass Neuseeland im Grunde nur eine große Insel ist. Um genauer zu sein, gibt es keinen Ort von dem man nicht in 3 Stunden das Meer erreichen könnte. Und doch können ziemlich viele Kiwi nicht schwimmen. Im TV laufen Spots, die Eltern ans Herz legen, Ihren Sprößlingen das Paddeln beizubringen. Jedes Jahr saufen wohl einige mangels Fähigkeiten schlicht weg ab. Also ich trage noch immer ein großes ? im Gesicht !

Dazu passen auch die vielen lustigen Schilder und Warnungen hinsichtlich Alkohol. Da werden diverse Straßenzüge als Bannmeilen eingerichtet, auf denen der Verzehr oder Transport nicht erlaubt ist. Ausnahme ist der Weg vom Kofferraum zur Haustür. Sonst nix. Ohne Scheiß. Mir sind in Auckland bereits die Hinweise aufgefallen, aber das Schild in Rotorua hat den Vogel abgeschossen und stellt keine Ausnahme dar !

Bei Ausnahmen fällt mir die ausnahmslos schlechte Isoliering der Häuser ein. In einem Land, dass klimatisch doch recht kühle bis kalte Winter hat, ist es für mich unbegreiflich, dass es kein zentrales Heizungssystem gibt. Da werden Radiatoren gekauft und an die Steckdose angeschlossen. Die E-Kosten müssen immens sein, abgesehen vom Wirkungsgrad. Einfachverglasung, Null Isolierung und haareraufende Spaltmaße sorgen für kalte Räume, wie man sie sich nicht vorstellen kann. Selbst in Sebis Neubau hat man das nicht beachtet. Ganz abgesehen von älteren Gebäuden. In Greymouth kam ein Hostel nicht in Frage, weil es außer in der Küche überall wirklich eisig kalt war und der Atem sichtbar wurde. Also nennt mich verwöhnt, aber ich sitze definitiv nicht mit der Winterjacke auf dem Klo oder Dusche im Neoprenanzug.

Fazit
Neuseeland hat vieles zu bieten, vor allem Natur in den unterschiedlichsten Nuancen von Grün. Sobald die Sonne scheint, beginnen die Wiesen und Wälder zu leuchten und es wird gleich warm; was wohl auch mit an dem Ozonloch hängt.
Die von uns gewählte Jahreszeit hatte Vorteile, da wir nie anstehen mussten und fast immer alleine waren. Doch ist sie definitiv ungeeignet die viele wunderbaren Strände badend zu genießen. Neuseeland steht gemeinhin nicht für Strandurlaub, doch nach 3 Woche und ca 3.500km ist es Zeit, diese Einstellung zu revidieren. Die Buchten und Klippen sind wunderschön und dabei haben wir die Halbinsel „Coromandle“ sowie die „bay of plenty“ gar nicht gesehen.
Kiwi = Natur. Sei es die Küste oder aber die aktive Gegend um Rotorua; es ist definitiv eine Reise wert. Als Fortbewegung diente uns der Minicamper, weil der lustigerweise günstiger als ein kleines Auto war. Da das Essen selber angerichtet werden kann, ist der Urlaub neben einer gewissen Nähe zur Natur auch noch günstig. Campingplätze verlangen im Schnitt NZ$ 35 für 2 Personen, bei Jugendherbergen etwa 55. €/ NZ$ = 1/ 0,56.
Zum Thema Kosten sollte erwähnt werden, dass die meisten Attraktionen kein Geld kosten. Die Nationalparks sind frei, einzige Ausnahme Waiotaupo. Doch das ist jeden Pfennig wert. Darüber hinaus werden diverse Aktivitäten angeboten, die mitunter viel Geld kosten: Jetboat, Bungy, Skydive, Gletschertouren, Höhlenexpeditionen usw. Dies hängt wohl vom Geldbeutel der Reisenden ab. Doch läßt sich die Natur auch billiger betrachten, so z.B. mit einer Tagestour auf den Franz Josef Gletscher, statt mit dem Heli drüber fliegen.
Zu guter letzt kann ich jedem nur empfehlen, sich auf der Seite von couchsurfing anzumelden. Nicht nur, weil das günstiger als die oben erwähnten Möglichkeiten ist, sonder weil man auf diese Weise wirklich Kiwis besser kennenlernt und u.U. von dessen Wissen was mitnimmt. Durch unseren direkten Kontakt zu den Insulanern haben wir nicht nur nette Tipps erhalten, sondern auch die Konfrontation mit surrealen Fragestellungen erlebt. So wird hier die Erkundung von Europa, allen voran Deutschland, als eine Dauerbesichtigung von Kirchen interpretiert. In jedem Ort/ jeder Stadt dreht es sich meist um ein Gotteshaus. Ob wir denn nichts anderes in petto haben ? Mal ehrlich, der Mann hat recht. Nicht, daß es in D nur Kirchen und sonst nix gäbe, doch Touren drehen sich wirklich hauptsächlich um die christlichen Prunkbauten. Das muss einem einer am Ende der Welt sagen.
Einem anderen ist die dt Sprache ziemlich unverständlich. Nun ja, damit ist er nicht alleine. Schaut man mittags bei uns TV, teilen das Problem Mio Deutsche mit ihm. Vor allem der Satzbau hat es ihm angetan. So wird bei uns aufgrund der Anordnung der Wörter erst am Ende des Satzes klar, worauf er hinausläuft – das Verb kommt sehr oft zum Schluß. Kurz drüber nachdenken – Huch, schon wieder – es stimmt.