Prag spontan
Czech republic Europe Weekend

Prag spontan

Am Donnerstag mittag erfuhr ich von meinem Wochenende in Prag. Mario’s Pläne für die Hauptstadt und zugleich bevölkerungsreichste Stadt der Tschechischen Republik haben sich spontan geändert und er suchte einen Mitfahrer. Um 14 Uhr ging es Freitags los und mit einem kleinen Stau erreichten wir das sehr schöne Andel Hotel im südlichen Teil der Stadt. Nach kurzer Verschnaufspause sollte ein Steak her und wir endeten im Butcher’s Grill. Für umgerechnet ca. € 38 gab es ein komplettes Essen für 2 inklusive Getränke. Eines der besten Steaks, die ich je gegessen habe. Den Weg zurück sind wir nicht mit der U Bahn gefahren, sondern in der lauen Sommernacht gelaufen und haben den Ausblick auf die Moldau, deren Brücken und die anliegende Architektur genossen.

Nach einem reichlichen Frühstücksbuffet stand die Erkundung der Stadt auf dem Plan. Nachdem Mario zwei Mädels vor den horrenden Gebühren am Geldautomaten im Hotel gerettet hatte, beschlossen wir zu Viert durch Prag zu stapfen. Ein wenig Geschichte: Die Umgebung der Stadt ist seit der Frühgeschichte dicht bevölkert. Die slawische Besiedlung begann im 6. Jahrhundert in einem Gebiet, das zuvor seit über 500 Jahren von den germanischen Markomannen bewohnt worden war. Nach der Errichtung von zwei Burgen durch die Přemysliden im 9. und 10. Jahrhundert kamen jüdische und deutsche Kaufleute ins Land. Um 1230 wurde Prag zur Residenzstadt des Königreichs Böhmen und im 14. Jahrhundert als Residenzstadt des Heiligen Römischen Reiches zu einem politisch-kulturellen Zentrum Mitteleuropas. In Prag wurde 1348 die erste Universität Mittel- und Osteuropas gegründet. Über Jahrhunderte hinweg war Prag eine multikulturelle Stadt, in der sich böhmische (tschechische), deutsche und jüdische Kultur begegneten und gegenseitig inspirierten. Die „Goldene Stadt“ zeigt heute ein geschlossenes, von Gotik und Barock geprägtes Stadtbild.

Im Grunde liefen wir mehr oder minder planlos durch die Stadt, ständig auf der Suche nach was zu essen. Auf der Bootsfahrt lernten wir noch ein paar Fakten über Prag, z.B. wieso gelbe Plastikpinguine auf einer Kaimauer stehen (Überbleibsel einer Ausstellung aus 2008) und dass die Stadt 1,5 Mio Einwohner zählt. Auf den meisten Touristenkarten ist nur der historische Teil von Prag verzeichnet. Die Wohn- und Industriegebiete tauchen da nicht auf. Das wäre in etwa so, als würde man in München die Ludwigstr und noch ein wenig Marienplatz auf eine Karte zeichnen und den Rest von München einfach weglassen. Das letzte Mahl des Tages gab es auf einem festverankerten Schiff mit Blick auf die Burg. Die Jugend hatte dann abends keine Kraft mehr und wollte mehrheitlich ins Bett – in Prag!?

Sonntags sind Mario und ich alleine losgezogen und haben noch ein paar Dinge angesehen, die ich vom letzten Mal kannte. Um 16 Uhr war Abfahrt und München begrüßte uns um 19:00 Uhr mit einem weltuntergangsähnlichen Platzregen.

 

 

 

Video vom letzten Prag Besuch

getaway in Prague from Welten Bummler on Vimeo.