WM auf Gili Trawangan
Asia Indonesia Worldtrip

WM auf Gili Trawangan

Am 44. Tag unserer Reise beginnt die Fußball WM. Hier sind es nur 6 Stunden früher und die Spielzeiten gehen noch – außer die Abendspiele.

Das Irish Pub – natürlich gibt es auch eines hier auf der Insel – überträgt alle Spiele auf einer Großleinwand. Schräg, wenn man bedenkt, dass viele Speisen der Speisekarten ausverkauft/ nicht erhältlich sind, aber ein Projektor und ne Leinwand. Übrigens ist das Pub nicht der einzige yort, an dem die Spiele übertragen werden. Für das richtige englische Bargefühl wurden gestern Kisten von Bintang heran gekarrt – indonesisch für Bier. Die Brühe schmeckt eher wie Budlight, aber es gibt nix anderes hier.
Den Anstoß verpassen wir, weil die Technik in der Bar versagt. Doch gegenüber wird bereits gefeiert und die Menschen stehen auf der Straße, auf Stühlen, Mauern und Tischen. Die WM hat hier auch die Einheimischen im Griff. Seltsam, dass Indonesien nicht qualifiziert ist. Bei 200 Mio Einwohnern und Fußballfeldern überall, sollte doch das Gesetz der Großen Zahl greifen. Die 2 Mädels neben uns gehören auf jeden Fall nicht zum Potential, kreischen die doch bei nahezu jeder Torszene von Südafrika und (!) Mexiko. Auf der anderen Seite ist das vermutlich einfach das Spiel. Es vereint und elektrisiert wirklich viele Nationen.
Kann Nordkroea eigentlich auf die USA treffen ? Das wäre was, hehe.

Deutschlands erstes Spiel ist am 46. Tag. Die Bar ist voll und die Übertragung steht diesmal. Allerdings zehrt es ziemlich an der Substanz um 02:30 Uhr aufzustehen. Naja, was soll ich sagen, es lohnt sich. Gestern habe ich unfreiwillig bereits das Spiel der Engländer gesehen, da jemand „leicht beschwipst“ trampelnd wie eine Elefantenherde nachts vom Feiern zurück kam. Leider konnte ich nicht mehr einschlafen und der Weg zur Übertragung ist mit 50m überschaubar. Was sagt eigentlich die Presse zu der Leistung des Fußballheimatlands?

Wir sind schon ziemlich lange auf der Insel und gehören irgendwie schon zum Inventar der Tauchschule. Die tägliche Routine mit Frühstück – Kaba kaufen – Tauchen, Entspannen, Mittagessen besorgen und Abendprogramm lässt einen total das andere, hektische, effiziente und effektive westliche Lebensprogramm vergessen. Hier auf der Insel sind die wirklich wichtigen Fragen:
Wo essen wir zu Mittag?
Tauchen oder Sonnen wir heute?

Damit sich das nicht zu einem pathologischen Inselkoller ausweitet, verlassen wir für die letzten 2 Nächte Big Bubble und ziehen an die Nordspitze der Insel. Das Resort heißt Pondok Windy Bungalows und alle die hier arbeiten sind wirklich durch den Wind. Total nett werden wir als einzige Gäste umsorgt und mehrfach am Tag nach Pilzen gefragt. Es erstaunt schon nicht mehr, dass Jugendliche auf dem Fahrrad vorbeikommen, um sich eine Packung zu genehmigen. Das Zeug muss gut knallen, denn die Kleinen sind innerhalb weniger Minuten voll druff.
Ansonsten ist dieser Teil der Insel auf jeden Fall für Romantiker geeignet. Der Sonnenuntergang ist in Bambusliegen auf dem Strand zu beobachten, während leckere Milchgetränke oder Cocktails serviert werden. Der gekühlte Raum (jetzt mit Klima) ist eher ein Schock und wir sind bei 22 Grad gestartet und mittlerweile bei 26 angelangt. Das ist noch immer so, als würden wir einen Kühlschrank betreten.
Die windigen Bungis bieten leckere Milchschüttler und das übliche Essen. Die Anlage ist sauber, doch vor allem ist die Lage, der Strand und der allabendliche Sonnenuntergang einen Besuch wert. Viele Gäste kommen abends und speisen auf den Bambussofas am Strand im Licht der Öllampen. Wirklich Crusoe mässig.

Am letzten Abend gehen wir dann noch mal in die Stadt – ein Fußmarsch von ca 25min. Das Weibchen möchte unbedingt die Kas’nockerl probieren (siehe auch unten) und anschließend nochmal richtig feiern. Unsere Inselkollegen treffen wir in den einschlägigen Bars und landen zum Schluß in Kates Lieblingsetablissment – dessen Name ich nicht mehr weiß. Dort überredet Roger meine süße Reisebegleitung auch zu einer Pilzerfahrung. Die wird in einem Schnapsglas serviert, ist pechschwarz und schmeckt wohl nicht allzu lecker. Nach 10min tut sich nichts und Roger legt nochmal eine Runde nach. Interessanterweise merkt er nach weiteren 10min sehr deutlich die Wirkung, während S Große mit mir wieder die halbe Insel umrundet und gar nichts spürt. Vielleicht machen solch kleine Dosen und Drogen nichts mehr.

Folgende Restaurants sind empfehlenswert: „Bu’de“ mit dem günstigen aber leckeren Essen, „Living Room“ mit gutem und günstigem Essen an der Hauptstrasse und dann noch „Mo.zart“, mit echtem österreichischem Essen. Die Kas’Nockerl sind der Kracher.
Wichtig für die Gili Inseln ist folgender Hinweis: BARGELD. Die 2 Automaten ( einer akzeptiert nur Visa) sind chronisch leer und es gibt sonst nur die Möglichkeit bei Halsabschneidern für 10% Kommission zu wechseln. Die Automaten spucken nur 1.5 Mio aus, also ca 160€, die meisten Restaurants und Hotels nehmen nur Bares. Also gilt es BARGELD einzupacken.

02 Comments

  1. Anonymous

    Beneidenswert eure Reise auf die Gilis!!!
    Liebe Grüße aus dem verregneten München
    V.

    17. Juni 2010
  2. Anonymous

    hi Dirk ich vermisse Fotos von Dir bzw Euch….

    wann kommt ihr denn zurück?

    Gruß
    Stephan P.

    17. Juni 2010