San Juan
Central America Puerto Rico Travel

San Juan

Als bekennender Ablehner von US Fluglinien muss ich US Air allerdings zugestehen, dass der Sitzabstand in der Eco großzügig ist. Negativ bleibt das kleine und billig aufbereitete Essen, sowie der Verkauf von Kopfhörern und Alkohol anzumerken. Zumindest passen herkömmliche Kopfhörer und bieten hier Linderung.
Der Umstieg in Philadelphia war wie immer ein Ereignis. Von zwei Std Umstieg gehen 1.5 Std für s Schlange stehen drauf. Einwanderungsbehörde, Zoll, sinnfreie Ticketkontrolle und nochmal Sicherheit. Den Vogel schiesst US Air allerdings in der Lounge und dem nationalen Flug ab. So kosten Getränke außer Wasser u Tee Geld und im Flieger gibt es Decken nur gegen Aufpreis. Ohne Worte. Leider fliegen nur US Linien in den Teil der Karibik.
Die Verspätung in PHL belief sich auf zwei Stunden, davon die Hälfte im Flieger auf dem Taxi. Stau. Das fängt ja gut an.

Die Couch von CS ist ein wenig abgelegen, aber die Mädels voll nett. Ein kleiner Spaziergang zur Metro, Umstieg in den Bus und schon ist man mitten in der Altstadt. Während alle Ketten – Restaurant oder Klamotten – schon aus dem Fenster der Metro zu sehen sind, bietet die Altstadt herrliche kopfsteingepflasterte Gassen, bunte Häuserfassaden mit verschnörkelten Stahlgeländern an den Balkonen. Zum Frühstück gehört ein Mallorca; kein Witz sondern ein süßes Gebäckstück, hmmmm. Die Rühreier und Sandwiches sind leider durchschnittlich. An der Spitze von SJU liegt die alte spanische Festung auf deren Vorplatz die Einwohner Ihren freien Samstag samt Familie, Grill, Musik und Drachensteigen verbringen. Die karibischen Wellen brechen sich an den Felsen um die Landzunge, ein kleiner Friedhof hinter der Stadtmauer komplettiert das herrlich entspannte und lässige Ambiente. Umso verstörender ist der Anblick eines ca 45 J alten Ehepaares, wo sich der Cowboy hollywoodlike eine Knarre in den Hosenbund steckt und in Richtung Grünfläche läuft – willkommen in USA. Kleine Statistik gefällig? In 2010 starben in PR 900 Menschen durch Schusswaffen ( bei 4 Mio Einw. ) und die Behörden schätzen bereits jetzt, dass es in 2011 Tausend werden.

Ein kurzer Abstecher in den Hafen gehört natürlich auch dazu. Die beeindruckenden Kreuzfahrtschiffe liegen vor einer schnöden Betonarchitektur der typischen Hotelketten. Einige davon bieten Kasinos an und da sitzen doch tatsächlich Menschen im dunklen, kalten Spielsaal vor Glücksspielen, statt draussen karibischen Flair zu geniessen. Der Hautfarbe nach zu urteilen, könnten einige durchaus ein wenig Strahlung gebrauchen. Plastikwelt. Also gleich wieder zurück ins echte Leben.
Der öffentliche Nahverkehr ist vorhanden, allerdings ohne Fahrpläne und nicht wirklich aufeinander abgestimmt. Allerdings passt es zum karibischen Flair 25 Min mit anderen an einer Haltestelle zu warten. Man kommt ins Gespräch und alle sind so hilfsbereit; sehr nett.
Mit unseren Gastgebern geht es nachts erneut in die Altstadt. Erst einmal essen fassen. Erneut entpuppt sich der Tipp der „locals“ als gut. In einem Restaurant steht Mofongo auf der Karte; das Gericht wird in einer Art hölzernen Bierkrug serviert und kann verschiedene Fleischsorten enthalten. Auf jeden Fall probieren. Die angenehmen Temperaturen laden zu einem nächtlichen Spaziergang durch die Strassen ein; entlang der Clubszene und Bars. Alternativ gehen vor allem Touristen nach Isla Verde oder Condado in die Szene der Hotelketten. Dort finden sich aber selten PR ein, da die Preise westliches Niveau erreichen.

06.03

Da die Haltestellen wie bereits erwähnt keine Fahrplanaushänge haben und der Takt am Sonntag bei 60 Min liegt, ist der Fußweg zu bevorzugen. Zudem dreht sich die Untehaltung an der Haltestelle mit der 20 jährigen Mutter eines 3 jährigen Zwillings zunehmend um die Fruchtbarkeit von PR und dem Start ins Sexualleben. Diesmal hat es sogar per Anhalter geklappt und die UBahn kommt just in Time. Die Überfahrt mit der Fähre von Pier 2 zur Bacardi Fabrik kostet $ 0,50 und dauert 5 Min. Obwohl die Tour gratis ist, kassieren die Fahrer $ 3 / Pers. für die kurze Fahrt. Verglichen mit dem Besuch bei Jack Daniels fällt der Rum etwas ab. Vielleicht weil es nicht so familiär wirkt. Einige aus der Gruppe steuern auch direkt auf die Bar zu, um zu trinken. Die Variante Bacardi Coconut mit Ananassaft schmeckt frisch und wenig nach Alkohol. Lehrreich auch eine Info des Barkeeper: Cuba libre ist geschützt und besteht immer aus Coca Cola, Bacardi Rum und einer Limette. Die Mixerei in D mit Havannah ist also kein Cuba Libre, sondern nachgemacht. Beeindruckend auch der Ausstoß von 100.000 Gallonen alle 24 Std. Zudem gehört Grey Goose und Saphir Bombay Gin zu Bacardi. Diversifikation nennt man das.

Nach einem Mittagessen ist Cononado dran. Der Küstenabschnitt mit schönen Stränden und touristischem Nachtleben. Nun, das Nachtleben glauben wir sofort, die Traumstrände indes sind nicht zu finden. Vermutlich weiter westlich bei Ocean Park. Allerdings hinterläßt dieser Teil nicht den Eindruck, als müsse man nochmal vorbeischauen.
Mit dem Taxi geht es zur UBahn und dann nach Hause. Der Abend wird nicht lange, die Augen schliessen sich bereits auf dem Sofa.