Vieques
Central America Puerto Rico Travel

Vieques

Der Fährtransfer über Farjardo läuft reibungslos. Die Schlange vor dem Fahrkartenschalter ist sehr lange, zum Glück für Culebra. Letztlich ist aber auch das Schiff nach Vieques bis auf den letzten Sitzplatz ausverkauft. Es ist vermutlich ratsam, nicht an einem Freitag/ Wochenende über zu setzen. Zuviele Kurzurlauber nutzen die günstigen Preise ($ 2,50/ Pers) für einen Familienausflug. Die größere der beiden spanischen Jungferninseln ist auf den ersten Blick verfallener als Culebra. Viele Häuser in schlechtem Zustand säumen die durchlöcherte Straße, Autowracks rosten in Auffahrten vor sich hin.
Der Zielort Esparanza an der Südküste ist der „karibische Teil“, während im Norden eher rauer Seegang mit entsprechenden Stränden zu finden ist. Die Unterkünfte sind an der Küstenstraße entlang aufgereiht und variieren von einfach bis moderat. Selbiges gilt für die Restaurants. Hier ist Bilis für Fisch und Tradewind allgemein hervorzuheben. Belly Button bietet Frühstück ab 7:30 Uhr und kostenloses Wifi. Passwort auf Anfrage. Das Amapola Inn liegt am östlichen Ende des Ortes und bietet saubere Zimmer mit AC für ca. $ 85. Ohne Nachfrage erhalten wir ein größeres Zimmer mit Küche im hinteren Teil der Anlage.

Der Dorfstrand liegt direkt vor der Haustür. Dieser ist sehr schmal und nicht wirklich zu empfehlen. Nach Osten gelangt man über eine Landzunge in die Sun bay, deren langgezogener sichelförmiger Verlauf traumhaft im Hintergrund mit Palmen geschmückt ist. Am Wochenende grillen hier die Tagestouristen und der Strand ist ein wenig bevölkert. Unter der Woche ist es recht einsam. Folgt man indes der Dorfstrasse gen Westen, so führt ca. 200m nach Trade Winds ein kleiner Weg an den Strand. Über Felsen und Sandbänke erstreckt sich hier eine Kleine Bucht nach der anderen. Ausreichende Gelegenheiten sich wie Tom Hanks zu fühlen. Je weiter westlich, desto mehr färbt sich der Sand schwarz.
Einmal mehr ist die Anmietung eines Gefährtes ratsam. Hier wird es ein Roller, denn offenbar sind die Polizisten nicht so streng mit der Kleiderordnung. Südöstlich des Reservates befinden sich wunderschöne weisse und verlassene Sandstrände. Es ist zu empfehlen die Schotterpiste zu nehmen, denn die Strände mit geteertem Zugang sind doch ein wenig touristisch.

Mit Nan Sea sind Tauchfahrten direkt vom Pier in Esparanza möglich. David und sein Kumpel gehen hierbei sehr gewissenhaft zu Werke; verlangen Taucher ID, erklären die Ausrüstung, stellen den Tauchplatz vor und erwarten den 5/3 Sicherheitsstopp am Ende des Tauchgangs. Viele andere Kleinigkeiten runden das Bild von sorgsamen und auch leidenschaftlichen Tauchern ab. Hier fällt die Erfahrung mit Taz auf Culebra leider deutlich ab. Die beiden Plätze Anchor und Arena sind sehr schön, bieten viel Fisch, gute Sicht, intakte Korallen und die ebenso frische Wassertemperatur wie in Culebra. Im Vergleich zu Südostasien ist hier trotz Shortie bibbern angesagt. Die 2-4 Grad Unterschied in der Temperatur machen sich stark bemerkbar.

Zwei Buchten östlich liegt die Mosquito Bucht, oder bekannter als Biobay. In dieser Bucht befindet sich die weltweit höchste Konzentration eines kleinen Mirkoorganismus, der wie die Knickleuchtstäbe zwei Chemikalien vermischen kann und dabei für kurze Zeit leuchtet. Bis zu 14 x pro Nacht kann es den Effekt herbeiführen und dabei ein blaues Leuchten erzeugen. Die Schrauben des Bootes oder Schwimmbewegungen bringen den Prozess in Gang. Wie ein Heiligenschein leuchtet es um einen herum und beim Abperlen sind die Wassertropfen blaue kleine Kügelchen. Toll!

Zusammenfassend für die spanischen Jungferninseln kann festgehalten werden, dass das Meer unglaublich klar, grünblau und warm ist. Die Strände sind in der Regel feinsandig, weiß und menschenleer; allerdings ist ein fahrbarer Untersatz absolut notwendig, um diese zu erreichen. Culebra hat in Dewey überhaupt keinen Strand, Esparanza auf Vieques zumindest welche in unmittelbarer Laufweite. Doch auch hier braucht man für den Traumstrand ein Fortbewegungsmittel.
Leider ist das Essen sehr amerikanisch. Burger, Pommes und Tex Mex gibt es überall. Doch leider eigentlich nirgendwo einheimisches Essen. Das ist sehr schade und würde vermutlich nicht nur den Amis gut zu Gesicht – äh Bauch – stehen. Die Sache mit dem Übergewicht war in Puerto Rico so offensichtlich, dass einem Angst und Bange um die Kosten im Gesundheitssektor werden kann. Selbst Kinder sind davon in krassem Masse betroffen. Da die Adaption in D ja bereits im Gange ist, verheißt das nichts Gutes. Überall dasgleiche: Sandwiches mit dick Mayo und Chips, dazu ne Coke light. Die haut s am Ende dann raus.
Die Preise sind wie in USA, dafür Sorgen die Amis mit Ihren 3-4 Tagesausflügen, die am Ende so teuer wie 10 Tage deutscher Urlaub sind. Die anderen Inseln wollen auch bereist werden, dann aber wirklich nur mir einem Segelboot.