Yap
Micronesia Oceanica Travel

Yap

Mittlerweile hat sich geklärt, wieso hier die Flüge immer mitten in der Nacht gehen: Der Flugplan ist auf internationale Verbindungen gen USA abgestimmt. Guam ist doch tatsächlich ein kleines Drehkreuz für United.
Demnach besteigen wir um 1:25 den Flieger nach Yap und erreichen die Insel um 3:30 Ortszeit – nach 2 Landeanflügen. Tatsächlich hängt mir eine Frau oben ohne einen Blumenkranz zur Begrüßung um den Hals, sonst ist hier aber jede Dame züchtig westlich verhüllt. Unser Bungalow steht auf der Nordostseite der Insel, 35 Min Autofahrt fernab jeder Zivilisation. Die 5 Hütten sind Teil der „villageview“ Anlage, wobei weit und breit kein Dorf zu sehen ist. Nur der Blick auf die Lagune und der Dschungel im Rücken. Eine kleine Tauchbasis plus Restaurant gehören auch dazu. Sonst ist hier wahrlich nichts. Morgens wird man krähend vom Abendessen aufgeweckt und abends schläft man zum leisen Donnern der Wellen am Riff ein. Herrlich, für eine Woche kein Internet und bereits seit Abflug keine Telefonverbindung. Wer runterkommen will, ist hier richtig. Oh und jeder der Mantas und Haie sehen möchte. Nach dem Tauchgang in Palau war ich überzeugt, mehr Haie geht nicht – bis eben hier auf Yap. Vermutlich habe ich hier in 45 Min mehr Haie gesehen als auf all meinen Tauchgängen zusammen! Man konnte bei 30-40m Sicht die Haie bereits vom Boot aus sehen. Einmal abgetaucht schwammen Heerscharen von Riffhaien um einen herum. Sei es am Riff oder im tiefen Blau. Ganz anders war die Putzerstation der Mantas. Nicht ganz so gute Sicht, dafür aber 3 Tiere die sich direkt vor unseren Augen säubern ließen.

Die Hauptstadt Colonia besteht aus 2 Hotels, diversen kleinen Läden und einer Bank. Zum Glück sind wir dort nicht unter gekommen, denn Strand war da nicht in Sicht. Aber Einkäufe für s Frühstück und Bettle Nüsse kauende Taxifahrer. Überhaupt, diese Nüsse sind ähnlich wie Gras leicht berauschend und werden hier von vielen Einheimischen in Kette gekaut. Dabei gehen langfristig die Zähne kaputt und das Zahnfleisch zieht sich zurück. Die rotbraune Verfärbung ist das i Tüpfelchen für den Anblick. Bäh!

Ansonsten ist hier alles extrem langsam und behäbig. Die Tage plätschern dahin und die riesige Badewanne hat ungefähr die Außentemperatur. Erfrischung geht anders, z.B. mit Coke Zero. Der gesamte Supermarktvorrat steht bei uns im Kühlschrank und Yap muss nun wohl auf das nächste Schiff warten. Warten sollten die Yapenesen nicht, bis ihnen in 2023 die USA die Entwicklungshilfe streichen, denn hier gibt es so gut wie keine Industrie oder Arbeit. Bei 3 Flügen/ Woche kann der Tourismus auch optimiert werden. Jedoch zum Glück erst nach uns.
Hoffentlich geht dabei dann nicht die Kultur verloren. Alleine die Geschichte zum Steingeld könnte Vorbildcharaktet haben. Aus Kalkstein auf Palau geschlagen, bestimmte der Häuptling der Insel wer welches Geld bekam. Die teilweise mannshohen Groschen stellte man sich in den Garten und tauschte virtuell gegen Waren. Also der Stein verbleibt wo er ist, lediglich der Besitzer merkt sich, was ihm gehört. Oh und dort Wert des Steins war ohne Nennwert. Der wurde immer beim Geschäft individuell festgelegt – ist das nicht der Hammer? Bis die Spanier kamen, funktionierte das alles reibungslos und Diebstahl gab s auch nicht. Schließlich ist so ein Steingroschen ziemlich einzigartig. Eventuell sollten wir Europäer mal darüber nachdenken, weil ja immer über eine neue Währung nach gedacht wird.